450€- Job | Was muss beachtet werden?

Neue Regeln Neue Regeln
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Mit jedem Jahr nimmt die Zahl der beschäftigten Mini-Jobber zu, Vollzeitstellen werden kaum noch ausgeschrieben.

Im Gegenteil, mehr und mehr Minijobs stehen auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Angenehm für den Arbeitgeber, da Minijobs nicht sozialversicherungspflichtig sind, jedoch nicht besonders angenehm für die Arbeitnehmer, die lieber in einem Vollzeitarbeitsverhältnis arbeiten würden. Gut hingegen für die Arbeitnehmer, die ohnehin nicht viel Zeit haben (da sie zum Beispiel Familie mit Kindern haben) und somit nur ein bestimmtes Zeitfenster am Tag zur Verfügung haben.

Mit wachsender Anzahl der Minijobs steigt aber natürlich auch die Gefahr der Altersarmut und so sollte schnell eine Änderung der Umstände her. Zusammen mit dem Jahresbeginn traten in Deutschland einige neue Änderungen in Kraft. Eine dieser Änderungen ist die neue Minijob-Reform, welche die bisherige Mindestgrenze, die bislang bei 400 Euro lag, auf nun 450 Euro anhebt. Schön und gut, aber dabei gibt es auch einiges zu beachten.

Maximale Ausbeutung – Minimaler Lohn

Was gibt es zu beachten?

Mini-Jobber werden sich bei dieser Nachricht zuerst wohl gefreut haben, denn fünfzig Euro mehr im Monat können sicher nicht schaden.

Doch auch von dieser scheinbar glänzenden Medaille gibt es eine Kehrseite. Bisher war es nämlich so, dass Mini-Jobber auf 400 Euro-Basis nicht rentenversicherungspflichtig waren.

Mit der neuen Minijob-Reform ändert sich dies. Ist man jetzt also ein Mini-Jobber auf 450 Euro-Basis, so ist man rentenversicherungspflichtig. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen in die Rentenversicherung einzahlen um Altersarmut zu vermeiden, einer der Gründe, weshalb die Maximalverdienstgrenze von 400 Euro auf 450 Euro angehoben wurde. Doch wenn ein Arbeitnehmer will, dann hat er die Möglichkeit sich von dieser Rentenversicherungspflicht zu befreien, indem er bei seinem Arbeitgeber rechtzeitig einen Befreiungsantrag stellt.

Der Arbeitgeber ist dann dazu verpflichtet diesen Antrag zur Kenntnis zu nehmen, zu dokumentieren und ihn an die Minijob-Zentrale weiterzureichen. Geltend gemacht wird der Antrag dann nicht etwa ab dem Zeitpunkt, an dem er bearbeitet wurde, sondern ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. Auch das Finanzamt hat seine Finger mit im Spiel und setzt eine Lohnsteuer von (im Normal- und Idealfall) 2% an.

Minijob – Erhöhung auf 450 Euro / Monat ab 2013 beschlossen

Was passiert mit dem alten Minijob?

Mehrere Minijobs kann man natürlich auch weiterhin annehmen. Heutzutage hört man oft davon, dass jemand gleich zwei oder drei geringfügig beschäftigte Arbeitsverhältnisse hat.

Wer jedoch in dem Glauben ist bei jedem Minijob 450 Euro einnehmen zu können, dem muss der Zahn leider gezogen werden. In diesem Fall werden nämlich die Gehälter aller Minijobs zusammengezählt.

Angenommen also jemand verdient bei seinem ersten Minijob 200 Euro im Monat, bei seinem zweiten Minijob auch 200 Euro im Monat und bei seinem dritten Minijob 100 Euro im Monat, zusammen 500 Euro, so stehen ihm dennoch nur 450 Euro zu. Aber wie genau sieht das jetzt mit den bislang bestehenden Arbeitsverhältnissen auf 400 Euro-Basis aus? Hier ändert sich nichts. Die alte Regelung bleibt bestehen. Eine Ausnahme stellt eine Gehaltserhöhung dar. Wer also bisher einen 400 Euro-Job hatte und eine Gehaltserhöhung bekommt, für den gelten die neuen Regelungen, die nun für 450 Euro-Jobber gelten.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Marc Dietrich

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