CSU setzt sich für Beamte ein

So langsam wird es mir ja unheimlich. Schon der zweite Tag in Folge, in dem ich Artikel finde, in denen man sich auf die Seite der Beamten schlägt.

Diesmal ist es das Handelsblatt welches berichtet, dass durch die übermäßige Erhöhung der Privtakrankenversicherungen (PKV) insbesondere kleine Beamte betroffen sind. Johannes Singhammer, der Gesundheitsexperte der CSU, sagte: „Wir können nicht tatenlos zusehen, dass privat Versicherte einen immer höheren Teil ihres Einkommens für ihre Krankenversicherung aufwenden müssen“.

Hintergrund dieser Aussage ist, dass nach einer aktuellen Studie des Igel-Instituts die Leistungsausgaben der PKV in den Jahren 1997 bis 2008 um 49% gestiegen sind, die der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dagegen lediglich um 31%. Gleichzeitig erhöhten sich die Beiträge der PKV in diesem Zeitraum um 3,9% je Jahr, während es in der GKV lediglich zu einer durchschnittlichen Erhöhung um 2,4% kam. Hierzu passt im übrigen auch ein Bericht der Ärztezeitung, was der FDP im Hinblick auf Ihre Absichten beim Thema Gesundheitsreform gar nicht gefallen dürfte.

Dass die Prämien in der PKV seit Jahren stärker steigen als das Einkommen, wird jeder Beamte sofort bestätigen können. Singhammer stellt fest, „Mancher Polizeibeamte, der für sich, Frau und Kinder Prämien zahlen muss, kann das von seinem Gehalt kaum noch bewältigen“. Das ist wohl korrekt Herr Singhammer, zumindest fast. Ich weiß zwar nicht wie es den Polizisten in Bayern in puncto Krankenversicherungsbeiträge geht, aber bei mir hier in NRW haben die Polizisten freie Heilfürsorge, zahlen also für ihre aktuelle Krankenversicherung gar nichts. Das viele der Polizisten in NRW sogenannte Anwartschaftsversicherungen abgeschlossen haben ist da ein anderes Thema.
Aber grundsätzlich hat der Herr Singhammer – von dem ich übrigens vorher noch nie etwas gehört habe – ja Recht. Ein kleiner Justizbeamter, der im Knast die Gefangenen beaufsichtigt, hat für Prämienerhöhungen wie in diesem Jahr (teilweise Erhöhungen um 25%) kaum noch Geld.
Ärgerlich an dieser Entwicklung ist auch, dass der Beamte indirekt durch seine Eigenschaft als Privatpatient die GKV unterstützt und zusätzlich noch durch seine bezahlten Steuern zu Beitragsminderungen in der GKV beiträgt.

Über Simon (137 Artikel)
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