Der fallende japanische Aktienmarkt

Nikkei im Sturzflug Nikkei im Sturzflug
Nikkei im Sturzflug

Nikkei im Sturzflug

Eines der schlimmsten Anzeichen für wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit ist ein fallender Aktienmarkt.

Besonders bei den großen Börsen wirken sich Kursverluste extrem negativ auf die wirtschaftliche Lage ganzer Länder und Wirtschaftszweige aus.

Aus diesem Grund dürfte es niemanden verwundern, dass der derzeit stark fallende Nikkei schwere Befürchtungen auf der ganzen Welt ausgelöst hat. Nachdem der japanische Aktienmarkt bereits seit mehreren Tagen auf Talfahrt ist, hat er am 30.05.2013 erstmals mit weniger als 14.000 Punkten geschlossen.

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Weltweite Katastrophe nicht unmöglich
Die Gründe der Talfahrt [/sws_yellow_box]

Diese Marke ist besonders psychologisch wichtig, weshalb ein negativer Eindruck bei vielen Anlegern und Beobachtern hinterlassen worden ist. Experten befürchten besonders im Bereich der spekulativen Wertpapiere eine schnelle Auswirkung auf die Kurse. Der erste Kursrutsch der Tokioter Börse, vor wenigen Tagen, vernichtete bereits mehr als 1,2 Billionen US-Dollar Vermögen weltweit. Es ist leider zu erwarten, dass auch der erneute Rutsch am Nikkei ähnlich große Summen vernichten wird, wenn nicht schnell und entschieden dagegen vorgegangen wird.

Talfahrt des Nikkei als Zeichen einer Trendwende?

Weltweite Katastrophe nicht unmöglich

Experten weltweit sind sich uneinig über Schwere und Ausmaß der nahenden Katastrophe. Unbedingte Vorbereitung dafür wird allerdings erhofft.

Denn nach dem ersten schweren Kursrutsch der Tokioter Börse schauen Beobachter und Anleger weltweit umso mehr auf die Kurse am Nikkei.

Schwankungen, insbesondere solche im negativen Bereich, werden daher umso konzentrierter und kritischer beäugt. Eine Konsequenz daraus ist, dass auch die Folgen, die sich daraus ergeben, umso schwerer wiegen.

Eine der Folgen betrifft das Konjunkturprogramm der US-Notenbank. Diese kauft seit einem halben Jahr jeden Monat für 85 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere. Diese Hilfe soll sicherstellen, dass die Wirtschaft, insbesondere in konjunkturschwachen Regionen, angekurbelt wird. Nach den jüngsten Ereignissen scheint es allerdings nicht unrealistisch, dass die US-Notenbank diese Hilfe bald einstellen wird. Ein sofortiger Ausstieg wird dabei zwar ausgeschlossen, über einen schrittweisen, sich mehrere Monate hinziehenden Ausstieg, denkt der Chef der US-Notenbank von Boston, Eric Rosengreen. Voraussetzung dafür sei allerdings eine Erholung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Talfahrt gestoppt? Nikkei legt wieder zu

Die Gründe der Talfahrt

Einer der Gründe für die neuerliche Talfahrt des Nikkei ist der vorangegangene Sturz von vor wenigen Tagen.

Durch diese wurde die Vorsicht der Anleger geweckt, was sich in weit weniger risikofreudigen Investitionen niedergeschlagen hat. Ein weiterer Grund ist die schwache Lage an der New Yorker Börse.

Auch an dieser krieselt es in der letzten Zeit ziemlich, wodurch Auswirkungen auf die Tokioter Börse nicht ausblieben. Der Grund für die schwache New Yorker Börse waren Gerüchte um Straffungen der US-Geldpolitik.

Das führte zu einer gesenkten Erwartungshaltung der US-Amerikaner gegenüber dem Yen, der allerdings tatsächlich stärker wurde. Nachdem der Yen seit Beginn des Jahres 2013 einer Abwertungspolitik unterworfen war, wurden diese Erwartungen bis jetzt zu einem fast messianisch angenommen Glauben unter Investoren. Dadurch wurden die Erwartungen, die Anleger an die japanische Währung stellten, bis ins Unrealistische hinein verzerrt. Diese Erwartungen der amerikanischen Börse, gekoppelt mit dem plötzlich stärker gewordenen Yen, haben sich vermengt und dadurch Resultate an der Tokioter Börse geweckt. Das Ergebnis waren die bereits erwähnten Kursrutsche innerhalb der letzten Tage.

Neben dem geldpolitischen Kurs der USA hat sich auch der große asiatische Konkurrent China stark auf Japans Wertpapiermärkte ausgewirkt. Nachdem die Wirtschaft der Volksrepublik lahm zu werden drohte, haben viele Anleger fast schon panikartig ihre Papiere behandelt, was in zu schnellen, zu risikoreichen Verkäufen mündete. Als Folge davon waren auch japanische Wertpapiere von diesem Stimmungswechsel betroffen, wodurch auch die Kursverluste verursacht worden sind.

Dow und Nikkei sei Dank: DAX steigt wieder

Insgesamt hat die Tokioter Börse damit innerhalb nur weniger Tage fast neun Prozentpunkte verloren. Diese immense Schwächung des Aktienmarktes hat für große Verunsicherung gesorgt, wodurch das gesamte wirtschaftliche Klima Japans stark beeinträchtigt wurde. Nachdem der Nikkei unter den Wert von 14.000 Punkten gefallen ist, sehen Wirtschaftsexperten einen schweren Stand für den Wertpapiermarkt.

Durch diesen Kursrutsch ist die Meinung von Börsenbeobachtern stark abgeschwächt worden, was erneute Reaktionen ausgelöst hat, wodurch ein weiterer Verlust von Kurspunkten als fast sicher angenommen wird. Experten erwarten allerdings keinen Kursrutsch in Regionen unterhalb von 13.600 Punkten.

Diese Marke wird als letzte Möglichkeit betrachtet, bevor die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten ins Visier rutscht. Fällt der Aktienindex in Tokio unter diesen Wert, so erhält er nach Meinung von Experten die Gelegenheit zur erneuten Erholung. Bis dorthin ist es allerdings noch ein steiniger Weg, den nicht viele Anleger gehen werden wollen. Investoren weltweit scheuen sich vor den schwierigen Verhältnissen, die – ihrer Meinung nach – das Investieren schwer bis unmöglich machen. Dadurch wird allerdings die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – gefühlt – gedämpft, obwohl sie tatsächlich kaum gelitten hat. Experten erwarten für die japanische Wirtschaft daher einen heißen Sommer, der vollständig von den Erwartungen der Investoren und Wirtschaftsmogule abhängt.

Artikelbild Oben: © panthermedia.net Harald Richter

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