Fertigbauweisen im Trend

Vorteile für Industrie und Hausbesitzer bei der Fertigbauweise

In der heutigen Zeit muss alles schnell gehen und es darf keine Zeit verloren gehen. Gerade die Industrie darf keine unnötige Zeit verstreichen lassen, weil das immer bedeutet, das Geld verloren geht. Vor allem in dem Bereich des Hausbaus hat sich in den letzten Jahren etwas stark verändert. Fertigbauweisen sind im Trend.

Fertigbauweise Fertigbauweise

Der Trend geht von den aufwändig gebauten Stein-auf-Stein-Häusern weg zu der Fertigbauweise. Besonders die Industrie hat diesen Aspekt für sich entdeckt und nutzt die zahlreichen Vorteile, welche daraus resultieren. Aber auch die Privatkunden können dem Fertighaus nicht widerstehen und kaufen dieses fleißig. Schon überall auf der Welt werden Fertighäuser aufgestellt, welche schnell für den Traum vom Haus sorgen werden. Dennoch werden sich Interessierte fragen, welche Vorteile die Fertigbauweise eigentlich zu bieten hat und weshalb sie im Trend liegt.

Fertigbauweisen im Trend

Über die letzten Jahre hinweg nimmt die Nachfrage nach Fertighäusern weiter zu. Schon im ersten Halbjahr von 2014 ist die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise stark angestiegen. Von Januar bis April 2014 wurden in Deutschland über 32.000 Baugenehmigungen ausgestellt, welche rund 5.000 Fertighäuser beinhaltet. Auf den ersten Blick sieht die Zahl klein aus, doch schaut man sich die vorherigen Jahre an, ist dies eine Steigerung von satten 17 Prozent.

Die 17 Prozent sind übrigens deutlich mehr, als der Gesamtmarkt mit einem Zuwachs von elf Prozent. Insofern steigt die Fertigbauweise gegenüber dem konventionellen Bauen an. Auch in den vorigen Jahren kamen viele Fertighäuser zum Einsatz, wobei ein Zuwachs von 5,5 Prozent pro halbes Jahr zu vernehmen war. Im Durchschnitt werden jedes Jahr in Deutschland 15.000 Fertighäuser gebaut. Durch diesen Aufschwung nehmen Fertighäuser heute schon einen Marktanteil von 15,7 Prozent ein.

In den nächsten Jahren wird der Trend nicht abklingen, sondern noch weiter an Schwung gewinnen. Das liegt vor allem daran, dass die modernen Techniken und Maschinen einen immer günstigeren und leichteren Bau erlauben.

Fertigbauweise für die Industrie

In der Regel ist der Bau eines Hauses eine aufwändige Angelegenheit, welche gern mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Über diese Zeit hinweg sind die Arbeiter nicht weiter verfügbar und können sich nicht an andere Projekten beteiligen. Hinzu kommt, dass für die „normale“ Bauweise wesentlich mehr Arbeiter benötigt werden, als es bei der Fertigbauweise der Fall ist.

Je nach Haustyp werden für die Fertigbauweise nur eine handvoll Arbeiter benötigt. Dies ist ein großer Vorteil für die Industrie. Insofern muss das Unternehmen entweder nicht so viele Mitarbeiter beschäftigen und spart somit Geld oder die verfügbaren Mitarbeiter können schon an einem anderen Projekt bauen. Somit werden die Arbeitskräfte perfekte genutzt, ohne das es zu Verlusten kommt. Natürlich spielt auch die Zeit eine wichtige Rolle. Immerhin muss es in der Industrie schnell vonstattengehen und man hat keine Zeit aufwändig zu bauen. Gerade im Hallenbau ist das sehr wichtig. Eine Fachseite schreibt dazu:

Bei den Hallen handelt es sich um eingeschossige und nicht unterkellerte Bauten. Deshalb ist der Bau der Bodenkonstruktion der Fertighallen sehr wichtig. Fertighallen werden auf einem normal tragfähigen Untergrund äußerst massiv gebaut. Verfügt der Bauherr über einen sandigen oder schlecht tragenden Boden, können Lösungen durch Pfahl- bzw. Tiefgründung angeboten werden. Auf Wiesen ist der Baugrund für gewöhnlich immer etwas uneben. Diese Unebenheit wird mit einem Kiesbett ausgeglichen, was wenig Aufwand darstellt. Ein Kiesbett schützt die Bodenplatte der Fertighalle außerdem vor Frost und Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Soll die Fertighalle als Lagerstätte für besonders schwere Lasten dienen, wird die Bodenplatte mit einem Ortbeton-Verfahren gefertigt, wie man es auch bei Aufbauten von Kränen kennt. Sucht man nach einer Fertighalle, die weniger Gewicht stützen soll, beispielsweise einer Agrarhalle für Heu, dann kommen fertige Betonplatten zum Einsatz, auf die die Wände direkt aufgesetzt werden. Getragen wird die Konstruktion über Wände, Stützen, Fachwerke und Binder. Ein Stahltragwerk sowie Rauchabzugsgeräte bieten als Brandschutzmaßnahme auch in Fertighallen höchste Sicherheit für alle Beteiligten. Auf Wunsch können Fertighallen auch mit unterschiedlichen Fassaden ausgestattet werden, wie beispielsweise Holzverschalungen oder Putzfassaden mit Edelputze.

Quelle: www.fertighalle.net

Praktischerweise können viele Teile der Fertigbauweise schon in den Lagerhallen des Unternehmens angefertigt werden. Besonders Wände können fertiggestellt und im Anschluss zu ihrem Bestimmungsort transportiert werden. Der große Pluspunkt ist also unter anderem, dass die Arbeiten an dem Haus schon beginnen können, wenn das Fundament oder das Grundstück noch nicht bereit sind. Sonst musste man lange warten, bevor der erste Stein gelegt werden konnte. Heute kann man fast das komplette Haus vorfertigen und muss es nur noch aufstellen. Auch der Bedarf an Werkzeugen und Maschinen fällt wesentlich geringer aus, was wiederum Geld spart. Weiterhin wird bei den verwendeten Materialien gespart. Es kommen nicht hochwertige Ziegel zum Einsatz, sondern leichte Baustoffe, die sich gut verarbeiten lassen. Besonders Holz ist in diesem Bereich beliebt und sorgt für ein angenehmes Raumgefühl. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Haus unabhängig von der aktuellen Wetterlage oder der Umgebung gebaut werden kann. Selbst bei Regen ist es kein Problem die Wände aufzustellen und richtig zu platzieren. Insofern kommt es zu keinem Zeitverlust durch Umwelteinflüsse.

Fertigbauweise für die Hausbesitzer

Natürlich erhält nicht nur die Industrie zahlreiche Vorteile aus der Fertigbauweise, sondern auch der zukünftige Hausbesitzer. Viele Menschen entscheiden sich für ein Fertighaus, da es einfach leichter zu realisieren ist. Schon im Vorfeld kann man aus einem bunten Angebot an vorfertigten Häusern wählen oder man kann sein ganz persönliches Traumhaus zusammen mit einem Architekten konzipieren. Hinzu kommt, dass energieeffizientes Bauen mit den Fertighäusern kein Problem ist. Immerhin ist der Grundstoff Holz CO2-neutral und ein nachwachsender Rohstoff.

Durch den Grundstoff Holz wir die Umwelt nicht belastet und am Ende seiner Nutzdauer kann es erneut verwendet werden. Abgesehen davon sind Fertighäuser in jeder Effizienzhaus-Klasse erhältlich. Insofern kann Geld beim Bau und beim späteren Heizen gespart werden. Vor allem die Kostenfrage lässt viele Menschen zur Fertigbauweise greifen. Immerhin kann man mit dieser Art viel Geld sparen und dieses wiederum anders investieren. In der Regel ist ein Fertighaus übrigens um bis zu 30 Prozent günstiger; abhängig von dem gewählten Modell und dem Anbieter. Vor allem das sogenannte „Ausbauhaus“ ist ein beliebtes Modell, wenn man die Kosten drücken möchte. Hierbei stellt das Unternehmen alleine die Hülle des Hauses zur Verfügung und die Innenarbeiten, Trennwände, Boden und Tapete werden von dem Bauherren übernommen.

Durch diesen Schritt kann viel Geld gespart werden, wenn man sich mit den Arbeiten auskennt. Gleichermaßen sollte man die Fördermittel der staatlichen Bankengruppe „KfW“ nutzen. Diese kann die Finanzierung des Eigenheims enorm erleichtern. Insoweit ist es möglich, dass auch Familien mit einem knappen Budget sich den Traum vom Eigenheim erfüllen können. Auch der Zeitfaktor kommt einen zukünftigen Hausbesitzer zu Gute. Besonders, wenn die alte Wohnung schon abgemeldet ist oder man schnell umziehen muss, ist es praktisch, dass ein Fertighaus in einer Woche bereitstehen kann. Zusätzlich fällt das monatelange Trocknen des Mauerwerks komplett weg. Sollte das Fertighaus stehen, könnte dieses direkt bezogen werden.


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Die verschiedenen Fertigbauweisen

Sicherlich gibt es auf dem Markt nicht nur ein Fertighaus, welches in Anspruch genommen werden kann. Neben den differenzierenden Designs und der Optik, gibt es auch noch weitere Unterschiede, die deutlich zum Trend des Fertighauses beigetragen haben. Gerade die oben genannte Ausbauversion ist sehr beliebt und einer der günstigsten Varianten. Der Vorteil bei dieser ist, dass das eigentliche Haus wesentlich schneller steht, als mit einem Komplett-Fertighaus. Bei einem Ausbauhaus sind die Wände und das Dach sowie ein Schornstein verfügbar. Auch die Dämmung und eine verputzte Fassade fehlen nicht. Selbstverständlich muss nicht auf Türen und Fenster verzichtet werden. Ansonsten übernimmt der Besitzer den Innenausbau selber.

Hierzu gehört das Verlegen von Rohren, elektrischen Leitungen oder dem Fußboden. Auch die Decke und Wände müssen verputzt und tapeziert werden, damit ein wohnliches Bild entstehen kann. Insofern hat man zwar schnell ein Fertighaus aufgestellt, doch das Innenausbau kann nochmals viel Zeit in Anspruch nehmen. Möchte man aber deutlich Geld sparen, ist dies die günstige Variante. Die Alternative zum Ausbauhaus ist die sogenannte Richtmeistermontage. Bei dieser wird ebenfalls der Innenausbau in Eigenregie übernommen, allerdings unter der Aufsicht eines sogenannten Richtmeisters. Dies ist ein Experte, welcher schon im Vorfeld mit der Planung des Bauablaufs betraut wurde. Zu dessen Aufgaben gehört es beispielsweise zu entscheiden, wenn ein Kran benötigt wird, wo das Gerüst aufgestellt wird oder welche Baumaterialien zur Baustelle geliefert werden.

Üblicherweise stellt der Richtmeister auch die benötigten Werkzeuge für den Hausbau. Nebenbei kann man ein belagsfertiges Haus kaufen. Bei diesem sind Kabel und Rohre schon verlegt, das Badezimmer ist fertig und das gesamte Haus macht einen wohnlichen Eindruck. Auch der Fußboden ist verlegt und das Haus wartet eigentlich nur auf den Einzug. Für das schlüsselfertige Haus entscheidet sich schon jeder Dritte, da es die einfache Variante ist. Hinzu kommt, dass es mit der späteren Einrichtung wesentlich einfacher fällt, wenn man die fertigen Räume schon vor sich sieht. Bei einer Animation am PC kann dieser Aspekt schnell verloren gehen. Allerdings muss man bei einem schlüsselfertigen Haus genau auf den Vertrag achten. In diesem sind alle Dienstleistungen festgehalten, die zum Haus gehören. Ansonsten kann es schnell zu bösen Überraschungen kommen.

Fazit

Die Fertigbauweise hat im Grunde viele Vorteile; sowohl für den Hausbesitzer als auch die Industrie. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren die Beliebtheit dieser Bauweise stark angestiegen ist. Die Vorteile sind schnell zusammengefasst.

Im Normalfall dauert der Aufbau eines Fertighauses einen Bruchteil der Zeit. Monatelanges Trocknen des Mauerwerks, viele Handgriffe oder aufwändige Arbeiten gehören der Vergangenheit an. Auch der Mitarbeiterbedarf fällt wesentlich geringer aus, was nicht nur einen Vorteil für die Industrie bedeutet, sondern auch die zukünftigen Hausbesitzer müssen dementsprechend weniger zahlen. Hinzu kommt, dass ein Fertighaus energieeffizient gebaut werden kann, was in der Zeit von hohen Stromkosten und stetig steigenden Rechnungen einen großen Pluspunkt bedeutet. Ansonsten kann der Bau des Fertighauses schon im Vorfeld beginnen.

Man muss nicht auf die Fertigstellung des Fundaments oder Grundstückes warten, sondern baut die wichtigsten Teile schon in der eigenen Produktionshalle zusammen. Später müssen die Bauteile nur noch aufgestellt werden. Hinzu kommt, dass es heute viele unterschiedliche Fertigbauweisen gibt. Dies hat den Vorteil, dass man das eigene Traumhaus bauen kann sowie Geld sparen. Je nach Bauweise können bis zu 30 Prozent der Kosten gespart werden, wenn man selbst mit anpackt. Insoweit verspricht die Fertigbauweise nur Vorteile, was sich auch in Zukunft nicht ändern wird. Der Trend und die Beliebtheit dieser Bauweise wird weiter ansteigen und langsam den konventionellen Bau ablösen.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Grzegorz Wycech
Artikelgalerie: © panthermedia.net Grzegorz Wycech

Über Simon (134 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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