Gemeinsames Sorgerecht für Eltern

Wenn zwei sich streiten, freut sich nicht immer der Dritte. Gerade wenn es zur Trennung und Scheidung der Eltern kommt, haben die Kinder das Nachsehen. Mangelnde Kooperationsbereitschaft macht sich in einem monate- und zum Teil jahrelangen Rechtsstreit bemerkbar. In den meisten Fällen wird nicht nur das Sorgerecht, sondern auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf nur ein Elternteil übertragen. Doch auch das Gegenteil ist oftmals der Fall und beide können sich einigen und erhalten im Gegenzug das gemeinsame Sorgerecht. Wer entscheidet über die gemeinsame Fürsorge? Was sind die Rechte der Väter?

Sorgerecht

Gemeinsame Fürsorge um jeden Preis?

Dabei entscheidet die Intensität eines Streits nicht über die Verteilung des Sorgerechts. Wirkt sich jedoch ein Streit ungünstig auf das jeweilige Kindeswohl aus, muss das Gericht schnell entscheiden. In diesem Zusammenhang steht das Interesse des Kindes im Mittelpunkt und so stellt aus rechtlicher Perspektive die Übertragung des Sorgerechts auf ein Elternteil, eine Erleichterung für das Kind dar.

Voraussetzungen für das gemeinsame Sorgerecht

 

Folgende Voraussetzungen sind ein gemeinsames Sorgerecht gebunden:

  • die Eltern waren zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet,
  • die Eltern haben nach der Geburt geheiratet,
  • die Eltern erklären, sie möchten beide die Fürsorge des Kindes übernehmen und das Familiengericht hat die elterliche Fürsorge übertragen.


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Entscheidung für gemeinsame Fürsorge ohne Ehe

Eine Entscheidung gegen eine gemeinsame Fürsorge für das Kind, sollte abgewogen und durchdacht werden. In dieser Situation sind die Eltern nicht allein, denn jedes Paar in der Trennung hat das Recht auf eine fachkundige Beratung durch das Jugendamt. Das Jugendamt unterstützt Eltern in der Wahrnehmung der elterlichen Fürsorge. Darüber hinaus bieten sich freie Träger an, die eine eingehende, persönliche Beratung und Hilfe bieten. Es ist nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht beider Eltern für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn beide Eltern nicht miteinander verheiratet sind. Doch auch hier können Mutter und Vater jeweils beim Jugendamt oder bei einem Notar die gemeinsame Fürsorge öffentlich bekunden. Darüber hinaus ist es seit dem 19. Mai 2013 jedem Vater möglich, auch ohne Zustimmung der Mutter beim Familiengericht das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen.

Sorgerecht Eltern

Väter erhalten ab sofort mehr Rechte

Eine Schwachstelle bildete seit Jahren das Recht aufseiten der Väter, doch auch hier sind Neuerungen zu vermelden, die gerade dem Vater mehr Rechte im Hinblick auf das Sorgerecht zusprechen. Die neuen Rechte sollen vor allem die Väter stützen, die nicht miteinander verheiratet sind. Eine entscheidende Neuerung ist der gerichtliche Schnelldurchlauf, so kann ab sofort das gemeinsame Sorgerecht beantragt werden. Der Mutter bleiben anschließend 14 Tage für einen begründeten Widerspruch. Lässt eine Mutter diesen Zeitraum ungesehen verstreichen, sieht der Richter kein Hindernis mehr am gemeinsamen Sorgerecht. Auch hier steht das Kindeswohl im Mittelpunkt. Kommt es zum Widerspruch der Mutter, folgt eine ordentliche Verhandlung, bei der beide Seiten angehört werden. Eine Begründung einer Mutter, sie möchte fortan selbst keinen Kontakt mehr zum Vater haben, stellt für das Gerichts ab sofort keine ausreichende Begründung mehr dar. Ausschlaggebend ist einzig und allein das Kindeswohl.

Im Nachgang das Sorgerecht beantragen

Möchte ein Vater im Nachgang das alleinige Sorgerecht beantragen, erwarten ihn mehrere Hürden, die es zu überwinden gilt. Eine Übertragung ist nur dann zu erwarten, wenn zum jetzigen Zeitpunkt eine begründete Gefährdung des Kindeswohls besteht. Vonseiten der Politik, insbesondere von der SPD, wird die Kritik laut, dass kein Gericht dieser Welt über das Kindeswohl und das Sorgerecht entscheiden dürfe. Hier wird nochmals eine Überarbeitung der betreffenden Paragraphen eingefordert.

Fazit

  • Im Grunde genommen spielt es keine Rolle mehr, ob Sie verheiratet sind oder nicht.
  • Nach einer Trennung sollte es binnen kürzester Zeit zur Antragstellung des gemeinsamen Sorgerechts aus der Perspektive des Vaters kommen.
  • Andernfalls wird das alleinige Sorgerecht der Mutter zugeschrieben.
  • Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass beide Elternpaare das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Bereits kleine Kinder ab fünf Jahren werden angehört, bei welchem Elternteil sie leben möchten.

Kinder ab 14 Jahre haben sogar das Recht, selbst zu entscheiden ob sie bei Mama oder Papa leben möchte. Einzig und allein das Kindeswohl spielt hier eine alles entscheidende Rolle bei der Verteilung des Sorgerechts. Im Idealfall einigen sich beide und entscheiden sich für ein gemeinsames Sorgerecht, denn dies kann den Bedürfnisse der Kinder besonders nahe kommen.

Links zu weiterführenden Information

http://www.kanzlei-hasselbach.de/2014/10-gruende-um-das-alleinige-sorgerecht-zu-beantragen/10/
http://www.familienrecht-heute.de/scheidung/gemeinsames-sorgerecht.html

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