Genossenschaftsbanken und die eigene Haftung | Warum Sparkassen oft die bessere Wahl sind

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Sparkassen empfehlenswert

Sparkassen empfehlenswert

In Deutschland existieren verschiedene Kreditinstitute und Banken. Zum einen gibt es die Sparkassen und zum anderen sind die vielen Genossenschaftsbanken am Markt vertreten.

Beide Institute sind jedoch nicht zu vergleichen und haben unterschiedliche Rechtsformen.

Bei allen Vergleichen ist vor allem auch die Haftungsform für die Guthaben der Kunden unter die Lupe zu nehmen. Bei den Genossenschaftsbanken handelt es sich um Kreditinstitute, deren Satzung darauf beruht, dass sie die Mitglieder wirtschaftlich fördern. Eine Besonderheit der Genossenschaftsbanken ist die Tatsache, dass die Mitglieder mit der Zeichnung der Geschäftsanteile eine Haftung eingehen, die über die Geschäftsguthaben hinausgeht.

Die Anteile der Genossenschaftsbank liegen also in den Händen der Mitglieder, die als „Genossen“ bezeichnet werden. Die Genossenschaftsbanken bieten übrigens darüber hinaus oftmals die komplette Palette der Finanzdienstleistungen an. Abgesehen davon können Sie zum einen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft oder in der Genossenschaft geführt werden. Auf internationaler Ebene arbeiten diese Banken in der „Internationalen Volksbankenvereinigung“ zusammen, die in Brüssel ansässig ist. Auf regionaler Ebene halten die jeweiligen Mitglieder der Genossenschaftsbanken deren Anteile. Die Genossenschaftsbank hält ihrerseits wieder Anteile an den genossenschaftlichen Zentralbanken.

Barazon: Die Genossenschaft braucht die Mitglieder

Sparkassen mit einem umfassenden Sicherungssystem

Bei der Sparkasse handelt es sich um ein Kreditinstitut, das die festgeschriebene Aufgabe hat, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, sichere und verzinsliche Geldanlagen zu erwirtschaften.

Dabei sollen auch die örtlichen Kreditbedürfnisse gesichert werden. Das Hauptziel der Sparkassen liegt dabei nicht in der Gewinnmaximierung.

Aber das hauptsächliche Geschäftsgebiet der Sparkassen ist auf das jeweilige Trägergebiet begrenzt (Landkreis, Gemeinde, Zweckverband). In Deutschland sind die Sparkassen öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, die auf der rechtlichen Basis des Sparkassengesetzes (Link öffnet NRW-Gesetz) des jeweiligen Bundeslandes und dem Kreditwesengesetz arbeiten. Der Vorstand und der Verwaltungsrat bilden die Organe einer Sparkasse. Es existieren in Deutschland auch sieben sogenannte freie Sparkassen, die als Aktiengesellschaft und nicht als Anstalt des öffentlichen Rechts geführt werden.

Das Geschäftsmodell der Sparkassen beruht darauf, dass sie als Universalkreditinstitute die üblichen Bankgeschäfte mit Unternehmen, Privatleuten, institutionellen Kunden und Kommunen betreiben. Das Regionalprinzip definiert den Geschäftsbetrieb der meisten Sparkassen. So ist das Geschäftsgebiet einer Sparkasse in der Regel das Gebiet der Kommune. Das Leitmotiv und Ziel der Sparkassen ist die so genannte „Gemeinwohlorientierung“. So werden die Gewinne, wenn diese nicht der Erhöhung der Sicherheitsrücklage dienen, an den Träger ausgeschüttet oder für einen gemeinnützigen Zweck verwendet.

Das Einlagensicherungssystem: Unterschiede bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Einlagensicherungssystem

Einlagensicherungssystem

Die Sparkassen-Finanzgruppe sichert die Einlagen der Kunden durch ein eigenes Sicherungssystem. Dieses besteht aus der Sicherheitsreserve der Landesbanken, den regionalen Sparkassenstützungsfonds und dem Sicherungsfond der Landesbausparkassen.

Im Falle einer Krise steht also das komplette Volumen aus allen Fonds zur Verfügung. So ist die Solvenz und die Liquidität der einzelnen Institute durch den großen Haftungsverbund immer abgesichert. Die verschiedenen Fonds sind übrigens in einem mehrstufigen Ablauf, der sogenannten „Haftungskaskade“ gesichert.

Kommt es zu einem Haftungsfall, greift an erster Stelle der regional zuständige Sicherungsfond ein. Dieser regionale Sicherungsfond muss bei der Stützung der einzelnen Sparkasse Barmittel und die Nachschusspflicht zur Verfügung stellen. Für den Fall, dass diese Mittel nicht ausreichen sollten, greifen die nächsten regionalen Sparkassenstützungsfonds, was als „überregionaler Ausgleich“ bezeichnet wird. In der nächsten Stufe greifen dann die Fonds der Landesbanken und die Fonds der Landesbausparkassen. Das Sicherungssystem der Sparkassen ist in elf regionale Sicherungsfonds unterteilt. Zusätzlich bestehen noch zwei nationale Fonds.

Der Haftungsverbund der Sparkassen verfolgt das Ziel, die Einlagen vielseitig abzusichern. So greift der Haftungsverbund ein, falls es bei einem Institut zu Fehlentwicklungen kommen sollte. Dabei können die Verpflichtungen des Instituts gegenüber den Kunden erfüllt werden und Leistungsstörungen sind auszuschließen. Im Zuge der Bankenkrise führte dieses Haftungssystem dazu, dass dieses System als ratingverbessernd angesehen worden ist. Die komplette Institutssicherung ist das Ziel des Haftungsausschusses.

[sws_yellow_box box_size=“585″]Es soll bei den Sparkassen also zu keiner Haftungsbegrenzung kommen, sondern alle Kundeneinlagen, zu denen auch die Wertpapiere und Zinsen der Kunden zählen, sollen geschützt sein. Hierunter fallen auch die Sparkassen- oder Kassenobligationen sowie Inhaberschuldverschreibungen der Sparkassen.

Somit zählen die Sparkassen als sehr sicher Hafen für die eigene Geldanlage. Wer also die eigene Altersvorsorge bei einer Sparkasse anlegt, kann sich tatsächlich sicher sein, dass diese Geldeinlagen auch wirklich abgesichert sind. [/sws_yellow_box]

Eine weitere Bankenkrise kann die Guthaben und Inhaberschuldverschreibungen der Sparkassenkunden nicht angreifen und das Geld der Anleger kann auch wieder ausgezahlt werden kann. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber den Genossenschaftsbanken, bei denen es im Krisenfall zu einer Haftung der Mitglieder kommen kann. Dieser Aspekt besagt, dass die Kunden nicht nur Einlagen verlieren könnten, sondern zudem auch noch weitere Haftungsleistungen aufbringen müssten, falls es zu einer Insolvenz von einem Institut kommen sollte.

Die Genossenschaftsbanken arbeiten nach dem Genossenschaftsprinzip, bei dem die einzelnen Mitglieder auch für die Bank haften müssen. In Deutschland gibt es zwar die Mindesteinlagensicherung, die Guthaben und Wertpapiere bis zu einer Summe von 100.000 € schützt, aber nicht von der Haftung der Mitglieder bei einer Genossenschaftsbank ausschließt. Um eine solide und sichere Altersvorsorge zu schaffen, die unabhängig von Bankenkrisen die Guthaben der Kunden schützt, ist eine Geldanlage bei einer Sparkasse eine sichere Alternative. Die Guthaben sind sicher geschützt, denn das Haftungssystem der Sparkassen ist so engmaschig konzipiert, dass Kunden keinen Nachteil verbuchen müssen, wenn es zu einer Bankeninsolvenz kommen sollte.

[sws_red_box box_size=“585″] Genossenschaftsbanken sind oftmals mit einer so genannten „unbeschränkten Haftung“ versehen. Es besteht also eine Nachschusspflicht, wenn es darum geht, Verluste auszugleichen. Hier kann die persönliche Insolvenz die schlimmste Folge darstellen.

Für den Fall, dass es zu einer Insolvenz der Genossenschaftsbank kommt, haften die Anteilseigner nicht nur mit ihren Geschäftsguthaben, sondern im Zweifelsfalle auch mit einer Haftungssumme, die in der Satzung festgeschrieben ist. Diese Nachschusspflicht besteht bei den Sparkassen nicht und sichert so das Geld der Anleger nachhaltig. [/sws_red_box]

Die Genossenschaftsbanken sind dem Einlagensicherungsfond angeschlossen, der für einen solchen Notfall einspringen soll. Für den Fall, dass das Institutssicherungssystem der Raiffeisenbanken und Volksbanken versagen sollte und die Insolvenz einer dieser Banken die Konsequenz ist, dann haften die Anleger mit dem Geschäftsguthaben und der Nachschusspflicht.

Fazit

Die Genossenschaftsanteile bei den Genossenschaftsanteilen sind mit Aktienanteilen vergleichbar. Zeichnet man also zur Altersvorsoge Anteile bei einer Genossenschaftsbank, heisst das, dass im Falle einer Insolvenz die Mitglieder mit ihren Geschäftsguthaben haften müssten.

Neben dem Verlust der Guthaben kann es also auch zu der Nachschusspflicht kommen.

Das umfassende Sicherungssystem der Sparkassen garantiert die Auszahlung der Einlagen der Kunden und greift nicht auf diese zurück. Zudem sind Wertpapiere und Anleihen bei den Sparkassen ebenfalls umfassend abgesichert. Entgegen den Genossenschaften werden die Kunden nicht zu der Nachschusspflicht herangezogen und stehen in keinem Haftungsverhältnis.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Katrin Figge
Mitte-Links: ©panthermedia.net Jakub Krechowicz

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