Handyortung | Wenn die Behörden nicht weit genug gehen!?

Handyortung Handyortung
Handyortung

Handyortung

Egal, ob es sich um besorgte Eltern handelte, die gerne wussten, wo sich ihre Kinder aufhalten oder um eifersüchtige Eheleute, die ein Indiz für die Untreue ihrer Partner haben wollten.

Das Geschäft mit der Handyordnung boomte und die Dienstleister konnten sich über viele neue Aufträge freuen.

War es vor einigen Jahren noch gängige Praxis, dass eine schlichte SMS ausreichte, um der Ortung des Handys zuzustimmen, so wurde dies von der Bundesregierung per Gesetz unterbunden. Demnach darf eine legale Handyortung nur noch mit einer schriftlichen Einwilligungserklärung der Besitzer erfolgen. Diese Bestimmung gilt übrigens bereits seit einigen Jahren.

Für die Standortbestimmung des Mobiltelefons gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine davon geschieht in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber. Da das Handy immer über den Sendemast kommuniziert, der am nächsten liegt, lässt sich die Position des Handys relativ genau bestimmen.

plus minus zur Handyortung

Viel genauer fällt die Handyortung aus, wenn man sich des Global Positioning Systems (GPS) bedient. Dabei können die Mobiltelefone nicht ausschließlich über den Sendemast, sondern zusätzlich per Satellit geortet werden. Das funktioniert allerdings nicht, wenn der Besitzer des Handys die Funktion ausgeschaltet hat, oder wenn er sich in einem Gebäude befindet.

Die Handyortung ist nicht unumstritten

Handyortung ist kritisch

Handyortung ist kritisch

Schaut man sich einmal im Internet nach Anbietern für Handyortungen um, dann wird man einige Dienstleister finden. Für wenig Geld bieten sie ihren potenziellen Kunden einen umfassenden Service an.

So gibt es zum Beispiel die Option, dass der Handybenutzer jederzeit den Aufenthaltsort seiner Freunde feststellen kann und sich spontan mit ihnen verabredet. Dass auch der Dienstleister jederzeit den Standort weiß und dies unter Umständen für seine eigenen Interessen (spezielle Werbung) nutzen kann, das ist dabei wohl nicht jedem bewusst.

Bei allen vermeintlichen Vorteilen der Handyortung darf nie vergessen werden, dass man sich ohne die schriftliche Einwilligung der Besitzer immer Bereich der Illegalität befindet. DIe Handyortung bleibt ohne Einwilligung der jeweiligen Person verboten.

Es wird von vielen Richtern als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte angesehen und bei einer Anzeige muss man mit einer Strafe rechnen. Selbst bei einem Diebstahl dürfen die Behörden nicht ohne Weiteres eine Handyordnung bei dem Dieb durchführen. Auch hier steht das Recht der Privatsphäre über dem Willen der Aufklärung einer Straftat.

Eine Ausnahme der strengen Rechtsauffassung kann unter Umständen dann eintreten, wenn es sich um ein Gewaltdelikt handelt. Aber selbst dann könnten findige Anwälte bei der Verteidigung des Täters auf das Persönlichkeitsrecht pochen. Grundsätzlich gilt allerdings, dass die Polizei zur Vereitelung einer Straftat das Handy eines Verdächtigen orten darf. Die Ausnahme greift auch dann, wenn eine vermisste Person nur über das Handy aufgefunden werden kann.

Fazit

Persönlichkeitsrecht

Persönlichkeitsrecht

Das Persönlichkeitsrecht bedeutet, dass niemand in den Freiheits- oder Lebensbereich der betreffenden Person eingreifen darf.

Es ist ein Grundrecht in Deutschland und es werden kaum Ausnahmen zugelassen.

Die freie Entfaltung der Persönlichkeit steht demnach jedem Bürger Deutschlands zu.

Eigentlich kann man dem nur zustimmen, allerdings sollten hier die Ausnahmen lockerer zu handhaben sein.

Dass das Persönlichkeitsrecht in Einzelfällen über dem Recht zur Verfolgung eines Straftäters steht, kann man eigentlich nicht so richtig nachvollziehen.

Persönlichkeitsrechte eines Straftäters

Der Gesetzgeber muss hier ganz klar abgrenzen, inwieweit er die freie Entfaltung der Bürger unterstützt. Es kann nicht sein, dass hier Kleinkriminelle, wie etwa Diebe, mit ehrlichen und arglosen Bürgern in einem Atemzug genannt werden. Die Überarbeitung des Gesetzes sollte dem zuständigen Minister ein ernsthaftes Anliegen sein.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen.

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Über Simon (134 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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