Herr Köhler und die Medien

Da ist er ja wieder, unser Herr Herr Köhler, unser Bundespräsident, der höchste Repräsentant unseres Staates. Oder vielleicht sollte man besser sagen, die Medien haben ihn wieder entdeckt. Die Medien, die ihn in den letzten Wochen und Monaten mehr oder weniger totgeschwiegen haben. Das einzige was den Medien, hier insbesondere Die Welt, einfiel, war ein Artikel über Indiskretionen in Bezug darauf, wie unser Bundespräsident seine Reden erstellt.

Aber nun hat er es geschafft unser Bundespräsident, er ist in allen Medien wieder vertreten. Und zwar mit seiner Forderung nach höheren Benzinpreisen. Man stelle sich vor, die Grünen hätten dies gefordert, was hätten CDU/CSU/FDP die Grünen verteufelt und als Arbeitsplatzvernichter und radikale Ökogruppe verteufelt. Nun aber, da der Bundespräsident dies fordert, ist die Reaktion doch sehr verhalten.

Typisch für die meisten Medien ist aber, dass nur auf der Benzinpreisdebatte rumgeritten wird. Dabei hat Horst Köhler noch viel mehr gesagt.

Zum Beispiel hat er etwas über die jetzige Bundesregierung gesagt. Nämlich, dass die letzten Monate doch eher enttäuschend waren. Oder das man von den Schulden runter kommen müsse. Ebenso hat er sich zur Steuerdebatte geäußert, in dem er sagte, dass er keine Spielräume für Steuersenkungen sehe.

Sogar zu Herrn Westerwelle hat Herr Köhler etwas zu sagen gehabt. Er halte die Kritik an Herrn Westerwelle zwar für überzogen, allerdings sei „in Zweifelsfällen so zu handeln, dass schon der Anschein von Interessenskonflikten nicht auftaucht“.

Man bekommt den Eindruck, dass die Medien nur das berichten wollen, was nach deren Meinung tatsächlich interessant ist oder Marktanteile bringt. Wobei es mich wundert, dass die Medien nicht über die Idee berichtet haben, das Rentenalter auf 69 zu erhöhen. Wäre doch bestimmt auch eine Riesenschlagzeile gewesen. Aber als unser Bundespräsident diese Idee öffentlich machte, gab es noch keine Kritik an ihm. Dies ist jetzt ja anders, jetzt gab es vorher Kritik und jetzt kann man das ja auspacken.

Die Rheinische Post sagt dazu, dass Horst Köhler wohl nur selten Themen anspreche, die das Volk interessiere. Das halte ich für falsch. Die Medien haben die Pflicht das Volk zu informieren. Die Medien entscheiden auch darüber, welches Thema auf Seite 1 der Zeitung erscheint. Wenn man die Meinung des Bundespräsidenten in irgendeiner kleinen Meldung versteckt, dann wird dies auch schnell übersehen. Die obigen Themen dürften den Bürger sehr wohl interessieren, man muss sie dem Bürger nur angemessen zugänglich machen. Meldungen über irgendwelche Kandidaten aus irgendeiner Show gehören da nicht unbedingt auf Seite 1.

Über Simon (137 Artikel)
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