Kreditzinsen-Vergleich | Auf die Sicherheiten kommt es an

Kreditzinsen Kreditzinsen
Kreditzinsen

Kreditzinsen

Ein Kredit ist zunächst einmal nicht anderes als die Gebrauchsüberlassung von Geld oder Sachen (Waren) durch den Kreditgeber (Gläubiger) und an den Kreditnehmer (Schuldner).

Mit dem Kredit darf der Kreditnehmer in der Regel tun und lassen was er will (z.B. Raten- oder Verbraucherkredite).

Es gibt aber auch einige Kredite, die an bestimmte Zwecke gebunden sind, wie beispielsweise Auto- oder Immobilienkredite. Kredite sind in der Regel entgeltlich. Das heißt, dass der Schuldner bei der Rückzahlung des Kredites Zinsen zahlen muss.

[sws_yellow_box box_size=“585″]Zinsen sind demnach das Entgelt für Kredite, die der Schuldner gegenüber dem Gläubiger zu zahlen hat. Die rechtliche Grundlage für Zinsen sind meistens Gesetze oder (privatrechtliche) Verträge zwischen Gläubiger und Schuldner. Die Höhe der vertraglich vereinbarten Zinsen unterliegt grundsätzlich dem Marktmechanismus von Angebot und Nachfrage, wenn er nicht schon im Vorfeld durch den Gesetzgeber festgelegt wurde. [/sws_yellow_box]

Jeder, der einen Kredit aufnehmen möchte, wird sich irgendwann sicherlich die Frage stellen, wie die Zinsen zustande kommen, wenn sie nicht durch den Gesetzgeber vorgegeben worden sind. Welche Faktoren wirken sich auf die Zinsberechnung aus und beeinflussen diese positiv oder auch negativ.

Was die Zinsberechnung beeinflusst

Die Berechnung der Zinsen für Kredite unterliegt grundsätzlich den gleichen Mechanismen wie die Preisbildung für Dienstleistungen und Waren am Markt.

Wenn man so will, ist der Zins der Preis für einen Geld- oder Warenkredit. Und wie die Preise am Markt unterliegen auch die Zinsen unterschiedlichen Einflussfaktoren, die die Preise steigen oder fallen lassen.

Die Kreditzinsen werden u.a. durch die wirtschaftliche Gesamtlage, dem Zinssatz, für den Banken selbst Geld von der Zentralbank erhalten, der historischen Entwicklung der Kaufkraft und persönlichen Faktoren des Kreditnehmers (z.B. Verdienst, Schufa-Einträge und vor allem Bürgschaften und Sicherheiten) beeinflusst. Anhand der historischen Entwicklung der Kaufkraft und einigen persönlichen Faktoren soll dargestellt werden, wie die Zinsberechnung beeinflusst wird.

Mit dem effektiven Jahreszins Kreditkosten vergleichen

Historische Entwicklung der Kaufkraft

Entwicklung der Kaufkraft

Entwicklung der Kaufkraft

Die Entwicklung der Kaufkraft ist vor allem in Deutschland vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von immenser Bedeutung.

Hinter der historischen Entwicklung der Kaufkraft verbirgt sich nichts anderes als die Einbeziehung der Inflationsrate bei der Berechnung von Kreditzinsen.

Das heißt, bei einem Kredit, der über mehrere Jahre laufen soll – was in der Praxis wohl die allermeisten Kredite betreffen dürfte –, wird bei der Zinsberechnung die jährliche durchschnittliche Inflationsrate berücksichtigt.

Unter Inflation wird in der Volkswirtschaftslehre die allgemeine Erhöhung der Güterpreise in einem bestimmten Betrachtungszeitraum (in der Regel ein Jahr) verstanden. Mit der Erhöhung der Güterpreise geht ein Absinken der Kaufkraft einher. Als Gegenmaßnahme gegen die Inflation betreiben vor allem die Zentralbanken in den meisten Ländern eine Politik der Preisniveaustabilität.

Bei der Zinsberechnung legt nun der Kreditgeber die tatsächliche historische Inflationsrate in Deutschland zugrunde, die einen bestimmten Zeitraum umfasst. Die jährlichen Veränderungen des Verbraucherpreisindexes werden vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellt. Wird bei der Zinsberechnung der Verbraucherpreisindex als Datenbasis verwendet, kann der Kreditnehmer beim Statistischen Bundesamt auf Daten für gesamtdeutsche Betrachtungszeiträume von 1991 bis zur Gegenwart zurückgreifen. Die Veränderungen des Verbraucherpreisindexes gehen direkt in die Berechnung der jeweiligen Inflationsrate ein.

[sws_green_box box_size=“585″]Ziel bei dieser Form der Ermittlung der Kreditkosten ist es, die historische Wertentwicklung des Geldes zu berücksichtigen, dessen Wertverlust innerhalb eines bestimmten Zeitraums in der Vergangenheit zu ermitteln und bei der Kreditvergabe zu berücksichtigen. [/sws_green_box]

Der Zins drückt also den Wertverlust des Geldes in der Zukunft aus. Das heißt, der Kreditnehmer fragt sich, was ist mein Geld in der Zukunft noch wert und welchen Preis (Zins) muss ich auf das Geld draufschlagen, damit es in x Jahren noch genauso viele wert ist wie heute.

Geldanlagezins vs. Kreditzins

Als Faustregel könnte man sich merken: Je niedriger die Inflationsrate und damit auch die Veränderung des Verbraucherpreisindexes in den vergangenen Jahren war, desto niedriger ist der Wertverlust des Geldes in der Vergangenheit insgesamt. Und je weniger Geld in den vergangenen Jahren an Wert verloren hat, desto geringer könnten die Zinsen für Kredite ausfallen, deren Rückzahlung erst in der Zukunft erfolgt.

Umgekehrt bedeutete das: Je höher der Verlust des Wertes des Geldes in der Vergangenheit, desto höher die Inflationsrate, desto höher die Veränderungen des Verbraucherpreisindexes und desto höher könnten die Zinsen für einen Kredit in der Zukunft ausfallen.

Persönliche Faktoren: Sicherheiten

Wie bereits ober angedeutete, wird der Zins u.a. auch durch persönliche Faktoren beeinflusst. Die persönlichen Faktoren fließen in das sogenannte Scoring eines Kreditnehmers ein. Je höher das Scoring, desto geringer der Zins für den Kreditnehmer.

Wer einen Kredit haben möchte, wird früher oder später mit der Frage nach Sicherheit konfrontiert werden.

Kreditsicherungen oder auch schlicht Sicherheiten genannt, bezeichnen alle Rechtsgeschäfte mit dem Zweck der Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass der Gläubiger seinen Kredit nebst Zinsen auch zurückgezahlt bekommt. In der Regel kommt der Schuldner seiner Leistungspflicht durch Zins- und Tilgungszahlungen nach. Kann er die Schuld auf diesem Wege nicht mehr erfüllen, fallen dem Gläubiger zum Zwecke der Befriedigung seiner Ansprüche bestimmte Vermögensgegenstände des Schuldners zu, mit deren Wert die Ansprüche des Gläubigers erfüllt werden sollen.

Sicherheiten können u.a. Immobilien, Fahrzeuge, Wertpapiere, Beteiligungen, Unternehmensanteile, Bargeld, Schmuck, Kunst und andere wertvolle Gegenstände sowie Bürgschaften sein, die der Gläubiger für den Fall eines Kreditausfalls als Sicherheit akzeptiert hat. Dazu können durchaus auch Gehaltspfändungen oberhalb der Pfändungsgrenze sein. Daher sind vielen Kreditgebern vor allem Angestellte im öffentlichen Dienst und Beamte als Kreditnehmer besonders lieb und räumen dieser Gruppe oftmals sehr günstige Kreditkonditionen ein.

Sicherer Beruf - gute Kreditzinsen

Sicherer Beruf – gute Kreditzinsen

Der Grund ist einfach: Beamte können in der Regel nicht einfach so entlassen werden und bekommen ihre Bezüge regelmäßig und pünktlich, was sie eben zu besonders zuverlässigen Schuldnern macht.

Genau das ist auch der Grund, warum sich einige bekannte Dienstleister im Internet speziell um die Beamten als Zielgruppe bemühen. Mittlerweile lassen sich Beamtenkredite über das Internet abschließen und das sogar ohne die sonst obligatorische Gegenunterschrift der Bank, wie man es bei der verlinkten Fachseite auch nachlesen kann. Ein echter Vorteil also, den die meisten anderen Berufsgruppen nicht besitzen.

Bei einer Gehaltspfändung bei Beamten ist übrigens gewährleistet, dass der Kreditgeber auch weiterhin regelmäßig Leistungen erhält. Das macht sie zu einem noch beliebteren Schuldner. Ähnlich verhält es sich bei Angestellten des öffentlichen Dienstes: Zwar können diese jederzeit entlassen werden (erst nach 15 Jahren tritt im Tarifgebiet West eine Unkündbarkeit wie bei Lebenszeitbeamten ein), aber unbefristet Angestellte werden seltener entlassen.

[sws_yellow_box box_size=“585″]Auch Entlassungen von heute auf morgen sind eher die Ausnahme als die Regel, weil zum einen der Staat befristete Beschäftigungsverhältnisse lieber auslaufen lässt, als sich auf einen möglichen Rechtsstreit bei einer Entlassung einzulassen, und darüber hinaus kann der Staat so schnell nicht Pleite gehen. [/sws_yellow_box]

Nicht allein auf die Zinsen achten

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass die Kreditzinsberechnung ein hochkomplexer Vorgang ist. Wie diese beiden Beispiele exemplarisch gezeigt haben, gibt es viele Einflussfaktoren, die für sich allein genommen aber wenig Aussagekraft haben.

Erst im Zusammenwirken verschiedener Faktoren und deren Gewichtung lässt sich ein realistischer Kreditzins berechnen.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, sich verschiedene Angebote für einen Kredit einzuholen, die Fragen der Kreditnehmer möglichst genau und vor allem wahrheitsgemäß zu beantworten und dann die Ergebnisse miteinander zu vergleichen, bevor man sich für einen Kredit entscheidet.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Angelika Krikava
Mitte-Links: ©panthermedia.net Harald Richter
Unten-Links: ©panthermedia.net Rainer Junker

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