Lohnsteuerkorrektur | Neue Richtlinien 2012

Lohnsteuerkorrektur 2012 Lohnsteuerkorrektur 2012
Lohnsteuerkorrektur 2012

Lohnsteuerkorrektur 2012

Wer als Arbeitgeber die Abrechnungen für seine Angestellten selbst schreibt, muss sich mit dem Rechnungswesen und Steuerrecht auseinandersetzen.

Dabei gibt es viele Stolpersteine, über die ein Gewerbetreibender mit Arbeitnehmern fallen kann.

Wer sich als Hilfe nicht zusätzlich einen Steuerberater dazu zieht, kann einige schwerwiegende Fehler begehen.

Nun gibt es seit dem 01.01.2011 auch noch Änderungen, die der Arbeitgeber dringend beachten sollte. Bis zu dem 31.12.2010 war es üblich, dass wenn der Arbeitgeber zu wenig Lohnsteuer einbehalten hat, es reichte, wenn er diese Differenz einfach beim Finanzamt angegeben hat. Das Finanzamt hat sich dann mit dem Arbeitnehmer in Verbindung gesetzt und die fehlende Lohnsteuer nachträglich eingezogen. Bis dahin war es auch nicht nötig, eine Lohnsteuerkorrektur durchzuführen.

Viele Änderungen bei der Lohnsteuer

Doch wie unter anderem die Fachseite die-gehaltsabrechnung.de mit ihren aktuellen Informationen zu Lohnsteuerrichtlinien im Internet zeigt, ist die neue Regelung nicht ganz einfach.

Was hat sich geändert?

Eigentlich hat sich nur die Haftungsfrage geändert. Wenn zu wenig Lohnsteuer vom Arbeitgeber einbehalten wurde, musste bislang in letzter Instanz auch der Arbeitgeber dafür vor dem Finanzamt haften. Dieser Fall trat dann ein, wenn der Arbeitnehmer die Differenz nicht zahlen konnte. Es wurde zudem auch keine Lohnsteuerkorrektur vom Arbeitgeber selbst durchgeführt, sondern die Differenz konnte direkt dem Finanzamt angezeigt werden.

Als Beispiel: Für Frau Müller wurde über Monate hinweg zu wenig Lohnsteuer einbehalten. Insgesamt hat sich so eine Summe von 2.000€ angehäuft. Frau Müller erhält ein Nettogehalt von 1.800€.

Vor dem 31.12.2010 war es üblich, dass der Arbeitgeber durch eine Lohnsteuerkorrektur keinen Lohn einbehalten hatte und somit weiterhin die 2.000€ ausgezahlt hatte. Das Finanzamt konnte von dem Arbeitnehmer dann die Lohnsteuer einfach bei der Steuererklärung einbehalten. Nach der neuen Regelung ist es jedoch nun so, dass der Arbeitgeber das Nettogehalt bis zur Pfändungsfreigrenze kürzen kann, wenn es zur Überzahlung gekommen ist. Das würde im Fall von Frau Müller bedeuten, dass der Arbeitgeber 1.800€ einbehält und anschließend 200€ beim Finanzamt anzeigt.

FA und der Arbeitgeber

FA und der Arbeitgeber

Arbeitet der Arbeitnehmer aufgrund einer Kündigung nicht mehr bei diesem Arbeitgeber und es fällt im nachhinein auf, dass zu wenig Lohnsteuer einbehalten wurde, muss auch hier wieder der Arbeitgeber handeln. Allerdings kann dann kein Nettogehalt mehr einbehalten werden und der Arbeitgeber wird automatisch eine Anzeige über die volle Höhe beim Finanzamt machen müssen.

Das Finanzamt setzt sich dann mit dem ehemaligen Arbeitnehmer in Verbindung und zieht das fehlende Geld ein. Würde der Arbeitgeber nach der neuen Rechtsprechung die Lohnsteuer nicht einbehalten, so kann ihn das Finanzamt grundsätzlich in Haftung nehmen.

Wer sich in diesem Verfahren nicht so gut auskennt, sollte sich dringend mit einem Steuerberater auseinandersetzen. Eine nicht richtig durchgeführte Lohnsteuerkorrektur kann sonst zu einem Haftungsverfahren beim Finanzamt führen.

Die neue Regelung ist nicht unbedingt leicht zu verstehen. Zudem ist sie dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber gegenüber nicht ganz fair. Auch bis zu 5 Jahre nach dem Beschäftigungsverhältnis kann immerhin noch eine Lohnsteuerkorrektur durchgeführt und die Forderungen an den Arbeitnehmer vom Finanzamt durchgesetzt werden. Daher sollten unbedingt beide Parteien darauf achten, dass die Lohnsteuer korrekt berechnet und abgeführt wird. Der Anspruch der Lohnsteuerkorrektur verfällt tatsächlich erst nach 5 Jahren.

Lohnsteueranmeldung

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen.

Bildquellen
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