Pensionen steigen stärker als Renten

Pensionen steigen Pensionen steigen
Pensionen steigen

Pensionen steigen

Die Rentner zeigen sich über die derzeitige Entwicklung alles andere als begeistert. Wie bekannt wurde, steigen die Pensionen wohl doppelt so stark wie die Renten.

Das bedeutet, dass die Staatsdiener in den Jahren 2002 bis 2012 eine durchschnittliche Steigerung von 13,04 Prozent erhielten.

Die Wut und die Unverständnis der Rentner ist also durchaus begründet. Denn weshalb ist es möglich, dass die Pensionen doppelt so stark steigen wie die Renten, wobei diese in der Regel sogar von Anfang an mehr wert waren?

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Die Pensionen steigen auf fast 15 Prozent
Die Politik und die Pensionen [/sws_yellow_box]

Bestätigt wurden diese Zahlen zudem von Statistischen Bundesamt und von der Rentenversicherung, welche den Zeitungsberichten zustimmten. „Ja, das ist richtig“, gab ein Sprecher zu. Doch warum dies so ist, das konnte man nicht erklären. Es sieht tatsächlich so aus, als wüsste niemand, warum die Pensionen in einem derartigen Ausmaß steigen, während die Renten nur in kleinen Schritten angehoben werden.

Die Pensionen steigen auf fast 15 Prozent

Ein nicht nachvollziehbares System, wenn man bedenkt, dass beim Pensionsantritt die Pension doppelt so hoch ist wie die Rente der Rentner beim Pensionsantritt. Die Staatsdiener haben somit eine Steigerung von durchschnittlich 2.070 Euro auf 2.340 Euro erlebt. Eine stolze Summe. 13,04 Prozent Zuwachs in den Jahren 2002 bis 2012. Die Landesbeamten haben sogar noch mehr erhalten. Hier beträgt der Prozentsatz sagenhafte 14,73 Prozent.

Oder besser gesagt in Zahlen: Die Pensionen für Landesbeamte stiegen von 2.240 Euro auf 2.570 Euro. Doch noch besser haben es die Kommunalbeamten erwischt. Hier stiegen die Pensionen von 2.070 Euro auf 2.380 Euro. Ein Plus von 14,98 Prozent – beinahe 15 Prozent in 10 Jahren. Ein Wert, von dem die Rentner nur träumen können, denn die Anhebung der Rente in diesem Ausmaß ist reine Utopie. Und genau das ist auch der Grund, weshalb viele Rentner nun die Welt nicht mehr verstehen und sich diese Entwicklung nicht gefallen lassen möchten.

Die Pensionslücke wird größer, nicht kleiner

Die Politik und die Pensionen

Die Rentner konnten im gleichen Zeitraum gerade einmal ein Plus von 8,51 Prozent im Westen von Deutschland erreichen. Der Osten war eine Spur stärker und erhielt einen Zuwachs von 9,69 Prozent.

Während die Beamtenpensionen deutlich zweistellig sind, liegen die Renten noch immer im einstelligen Prozentbereich. In Zahlen sieht die Sache jedoch noch dramatischer aus.

So stieg die Eckrente von 1.164 Euro auf gerade einmal 1.263 Euro im Westen Deutschlands an. Im Osten hingegen konnte die Rente von 1.022 Euro auf 1.121 Euro gehoben werden. Eine Entwicklung, die auch in der Politik mit sorgsamem Auge beobachtet wird. So meldete sich als erster Politiker Willi Zylajew, Sozialexperte der CDU, zu Wort. „Eine Entwicklung, die nicht auf Dauer halten wird. Denn die Unterschiede sind zu gravierend“, gab er in einer Aussendung bekannt. Ob es nur eine Floskel ist? Die Rentner können mit „tröstenden Worten“ nichts anfangen.

Während die Lebensmittelkosten und auch die Lebenshaltungskosten immer teurer werden, scheint es, als würden die Beamten von einer Teuerung nichts mitbekommen. Im Gegenteil. Durch die enorme Anpassung bzw. Steigerung der Pensionen könnte man annehmen, dass für die Beamten das Leben sogar günstiger werden würde. Willi Zylajew gab bekannt, dass man sehr wohl „die Renten fördern müsse“. Zylajew betonte in seiner Aussendung, dass man auch darüber nachdenken müsse, ob „die Beiträge nicht erhöht werden sollten“. Auch Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, sieht die Sache problematisch. Denn es kann in der „heutigen Zeit nicht möglich sein, dass die derartig unterschiedlichen Versorgungshöhen möglich sind“. Mascher sieht nur die Lösung des Problems darin, dass Rentenkürzungen für Beamten sofort umgesetzt werden. Ein Vorhaben, welches mit Sicherheit vor der Bundestagswahl nicht umgesetzt wird. Und danach womöglich auch nicht. Eine Anhebung der Renten sei ebenfalls unwahrscheinlich.

Die Politik meldete sich nur in Form des CDU Sozialexperten; andere Politiker schweigen zu den Pensionsentwicklungen der Beamten und zu den niedrigen Renten der Deutschen. Vor dem Wahlkampf möchte sich niemand die Finger verbrennen und einige Stimmen aufgrund von Gerechtigkeit verlieren. Dass die Rentner natürlich sich das nicht gefallen lassen werden, ist eine Sache. Doch die Rentner haben das Problem, dass sie nicht wissen, wie sie dagegen vorgehen sollen. Im Endeffekt bleibt nichts anderes übrig als sich die unfaire Entwicklung gefallen zu lassen. Ein Einlenken der Politik wird im Endeffekt nur wenig, bis vielleicht gar nichts bringen. Ganz egal, ob die CDU an der Macht bleibt oder eine neue Regierungspartei gewählt wird. Die Beamten scheinen einfach das Glück gepachtet zu haben, während die Rentner sehr wohl „zum zweiten Menschen“ in Deutschland degradiert wurden.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Yukchong Kwan

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