Private Krankenversicherung: Für Beamte meist attraktiver als Gesetzliche Krankenversicherung

Beamte auf Probe und Beamtenanwärter des Bundes und der Länder erhalten bereits ab der Ausbildung Beihilfe, die einen Teil der Krankheitskosten übernimmt. Je nach Bundesland und Familienstand übernimmt die Beihilfestelle zwischen 50 und 80 Prozent der medizinisch notwendigen Behandlungskosten. Die Restkosten zahlen die Beamten selber. Allerdings sind sie seit 2009 verpflichtet, diese mit einer Restkostenversicherung abzusichern. Gerade junge Beamtenanwärter, Referendare und Beamte auf Probe stehen dann vor der Frage, ob sie die Restkoten über eine private Krankenversicherung (PKV) oder eine gesetzliche Krankenkasse (GKV) abschließen sollen.

PKV und GKV

Beamtenanwärter und Referendare profitieren von dauerhaft günstigen Tarifen

Generell gibt es für Beamte die Möglichkeit Mitglied in der GKV zu bleiben. Diese ist aber immer eine Vollversicherung mit Beiträgen, die sich an der Besoldung orientieren. In der Regel bietet aber eine private Krankenversicherung günstigere Alternativen an. Sie versichern mit speziellen Tarifen nur die Restkosten, die nicht durch die Beihilfe gedeckt sind. Sogenannte Restkostenversicherungen sind günstiger als andere Tarife der GKV, weil sie nur einen Teil der Leistungen abdecken müssen, nie die gesamten Kosten. Die sogenannte Restkostenversicherung ergänzt nämlich nur den Beihilfeanspruch, statt ihn wie eine Vollversicherung zu ersetzen. Eine GKV-Versorgung wäre für Beamte daher in den meisten Fällen sinnlos. Denn in diesem Fall würde die Beihilfestelle ihren Anspruch auf Beihilfe entsprechend kürzen.

Restkostenversicherung gibt es auch für Familienmitglieder

Die private Krankenversicherung bleibt für Beamte auch attraktiver, wenn die Familienplanung ansteht. Denn der Staat gewährt ebenso Beihilfe für die unmittelbaren Familienmitglieder eines Beamten. Selbstverständlich sind auch Kinder beihilfeberechtigt. Der Beihilfebemessungssatz steigt je nach Anzahl der Kinder auch für den Beamten und seine Partnerin oder seinen Partner. Daher bleibt die Restkostenversicherung in der PKV auch für Familienmitglieder meistens attraktiver als eine GKV-Familienversicherung.

Heilfürsorgeberechtigte sichern sich Beihilfe im Alter mit Anwartschaftsversicherung

Eine Sonderregelung gilt für Polizisten, Justizbeamte, Berufsfeuerwehrleute und Soldaten. Denn Sie erhalten in den meisten Ländern Heilfürsorge. Diese Variante der Beihilfe übernimmt für den Beamten im aktiven Dienst 100 Prozent der Krankheitskosten. Angehörige erhalten Beihilfe, soweit sie die Voraussetzungen erfüllen. Im Ruhestand allerdings zahlt der Staat dann wieder nur Beihilfe. Damit Heilfürsorgeberechtigte beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung im Alter keine Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen zahlen müssen, bietet eine private Krankenversicherung sogenannte Anwartschaftsversicherungen. Diese kosten nur wenig und sichern den Anspruch, im Ruhestand ohne Gesundheitsfragen die Restkostenversicherung für die Beihilfe bei attraktiven Konditionen zu genießen.

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Private Krankenversicherung – Vorteile für Beamte

  1. Die Krankheitskosten sind durch die Beihilfe größtenteils abgedeckt
  2. PKV ist attraktiv für Familien, denn der Beihilfemessungssatz steigt mit der Anzahl der berücksichtigungsfähigen Kinder
  3. Mit Anwartschaftsversicherungen sichern sich Heilfürsorgeberechtigte im Alter die privat versicherte Top-Versorgung zu günstigen Konditionen

Fazit

Für Beamte ist die Kombination von Beihilfe und Restkostenversicherung über eine private Krankenversicherung meist die bessere Wahl. Beihilfe und Heilfürsorge sind allerdings komplexe Rechtsgebiete und unterliegen individuell unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen. Orientierung im Beihilfe-Dschungel bieten übrigens auch noch bekannte Fachseiten wie www.beihilferatgeber.de. Wer zusätzlich noch über die Suchmaschine Google www.google.de recherchiert erhält sehr viel Infomaterial, sodass man sich bequem von zuhause aus eine erste Übersicht schaffen kann.

Über Simon (134 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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