Sparen lohnt sich nicht?!

Sparen lohnt sich nicht Sparen lohnt sich nicht
Sparen lohnt sich nicht

Sparen lohnt sich nicht

In den vergangenen Monaten ist auf dem europäischen Kapitalmarkt eine Konstellation eingetreten, die in dieser Form einzigartig ist.

Die Zinsen für Spareinlagen sind in einigen Ländern des Euroraums gestiegen, wogegen insbesondere in Deutschland, diese auf einem Rekordtief verharren.

Dazu sollte zunächst einmal kurz verdeutlicht werden, was klassischerweise den Zins ausmacht, den ein Anleger erwartet. Die Basis des zu erwartenden Sparzinses bildet in der Regel der Satz, den die Banken zur Refinanzierung ihrer eigenen Verbindlichkeiten bei der Europäischen Zentralbank zahlen müssen. Auf diesen Wert wird dann der Risikoaufschlag gerechnet. Das Risiko definiert sich in Abhängigkeit von den Faktoren der Ausfallwahrscheinlichkeit und dem Zinsänderungsrisiko.

[sws_yellow_box box_size=“585″]Inhalte des Artikels
Die verrückte Welt – niedrige Zinsen unter der Inflationsrate
Enteignung trotz Zinsgutschrift
Strategien gegen die Inflation
Zusammenfassung [/sws_yellow_box]

Erstere ist dabei selbsterklärend, zumindest wenn sich der Anleger verdeutlicht, dass seit dem Forderungsverzicht zyprischer Sparer auch Einlagen einem gewissen Risiko unterliegen. Eine Möglichkeit sich das Ausfallrisiko einer Anleihe anzuschauen stellt dabei das Rating unterschiedlicher Agenturen dar. Das Zinsänderungsrisiko definiert darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit eines sich ändernden Zinses. Erwarten Sparer in Zukunft höhere Zinsen, dann werden sie auch in kurzläufige Anlagen wechseln. Umgekehrt werden dann langfristige Anlagen teurer.

Die verrückte Welt – niedrige Zinsen unter der Inflationsrate

Wie bereits oben beschrieben, bildet sich Zins aus unterschiedlichen Faktoren. Da im Vergleich zu einer Vielzahl von europäischen Ländern mit schlechter Bonität die Bundesrepublik einer der wenigen Länder im Euroraum mit erstklassiger Bonität ist, wechseln Anleger in sichere Häfen. Zinsbildend sind dabei nicht in erster Linie der kleine Sparer, sondern große Kapitalanlagegesellschaften, wie bspw. Fonds oder Versicherungen. Diese sind gemäß ihrer Satzung gezwungen, das Geld ihrer Anleger sicher zu verwalten und dürfen keine, bzw. nur marginale Risiken eingehen. Die Konsequenz dieses Handelns ist, dass mehr Geld angelegt werden kann, als schlussendlich nachgefragt wird.

Der Zins sinkt in diesem Fall. Genau dieser Zusammenhang sorgt aktuell dafür, dass Anleger auf dem Kapitalmarkt nur noch marginale Zinsen erhalten. Wer spart und sein Geld in deutsche Papiere investiert, der wird am Ende des Tages feststellen, dass die Kaufkraft der eigenen Ersparnisse im Laufe der Anlagedauer gesunken ist. Schuld an dieser Misere ist der Umstand, dass die Zinsen – je nach Anlagehorizont – deutlich unter der Inflationsrate liegen.

Inflation einfach erklärt (by explainity)

Enteignung trotz Zinsgutschrift

In Deutschland liegt die Inflationsrate in den letzten Jahren bei groben 2 % p.a.. Anleger, die jetzt ihr Geld für einen Zeitraum von bspw. 5 Jahren zu 1,5 % p.a. anlegen, werden bei Ende der Anlagendauer ca. 2,5 % weniger in der Tasche haben, als sie bei Beginn zur Verfügung hatten.

Nominell oder auch absolut gesehen ist der Wert der Anlage natürlich gestiegen.

Da im Laufe der Jahre aber die Preise immer wieder gestiegen sind, muss ein Anleger also 5 Jahre später etwas mehr für eine Investition zahlen, als fünf Jahre zuvor. Vor diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage nach der richtigen Strategie für Anleger, denn mit der Gewissheit, dass die eigenen Ersparnisse immer weniger wert werden, geht niemand gerne zur Bank.

Strategien gegen die Inflation

Die schlechteste aller Strategien ist natürlich, dass Geld unter das Kopfkissen zu stecken und darauf zu hoffen, dass es sich vermehrt, denn in diesem Fall schlägt die Inflation in voller Wucht zu, was im oben aufgeführten Beispiel eine Entwertung um die 10 % ausmachen würde. Besser fahren natürlich schon diejenigen, die ihr Geld anlegen. Wer sein Geld nicht für bestimmte Investitionen in der Zukunft verplant hat, kann dabei einen Teil seiner Ersparnisse in Festgeld investieren. Der Vorteil dieser Anlageform ist, dass sie im Gegensatz zum Sparbuch jederzeit in voller Höhe Zugriff auf die Ersparnisse bietet und darüber hinaus auch noch deutlich besser verzinst werden.

Steigen die Zinsen dann in der Zukunft – wofür mittelfristig einiges spricht – dann kann der Anleger schnell umschichten und in dann Anlagen mit höherem Zins investieren. Neben Festgeld spricht auch nichts dagegen, seine Ersparnisse in anderen Ländern der Eurozone oder auch darüber hinaus anzulegen. Achten sollten Anleger natürlich auf das Rating des Landes in das investiert wird. Denn wie schon eingangs beschrieben enthält der Zins auch einen Risikoaufschlag. Somit muss sich der Anleger natürlich die Frage stellen, wie viel Risiko er persönlich eingehen möchte. Wer nur auf hohe Zinsen schielt, kann dabei am Ende des Tages böse Überraschungen erleben.

Wie funktioniert Inflation?

Zusammenfassung:

Die Zinsen in Deutschland sind gerade wegen des geringen Ausfallrisikos auf historisch niedrigen Ständen.

Verursacht wird diese Niedrigzinsphase bei Anlagen unter anderem durch die Anlagenstrategie institutioneller Anleger, die qua ihrer Satzung nur in Papiere erster Bonität investieren dürfen. Dieser Umstand sorgt dafür, dass mehr Geld angeboten wird, als Gläubiger aufnehmen wollen.

Diese Entwicklung sorgt für eine Entwertung des Geldes, da in vielen Fällen der Zins unterhalb der Inflationsrate liegt. Anleger sollten daher auf Festgeld ausweichen, da hier jederzeit in voller Höhe ohne zusätzliche Kosten auf die Anlage zugegriffen und bei steigenden Zinsen kurzfristig reagiert werden kann.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net peter atkins

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