Was bringt Stäubles neuer Steuerplan für das Jahr 2016?

Mit dem 1. Januar des kommenden Jahres kündigt unser Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Erleichterungen für alle Steuerzahler an. So sollen Sie gerade im Hinblick auf die „kalte Progression“ entlastet werden. Das Problem ist den Steuerzahlern bereits seit Jahren aufgestoßen, umso erfreulicher, dass nun endlich eine Korrektur im Hinblick auf den Einkommenssteuertarif erfolgt. Wir werden Ihnen einen exakten Überblick über die aktuellen Abänderungen geben.

Steuern-2016

Abschaffung der kalten Progression für 2016

Über die aktuelle Neuerung im Hinblick auf die kalte Progression möchte Schäuble nicht nur den Steuerzahler, sondern auch seine eigene Partei entlasten. In einem Interview äußerte der 72 -jährige Bundesfinanzminister, er habe noch immer nicht seine Fähigkeit zu den Grundrechenarten  verloren: So kündigte er mit ironischem Unterton eine längst fällige Steuerentlastung an. Das Hauptaugenmerk seines Interesses liegt vor allen Dingen auf dem Abbau der kalten Progression.

Aktuelle Steuerbelastung 2015

Zum jetzigen Zeitpunkt nimmt die Steuerbelastung eines Arbeitnehmers in jedem Fall zu mit Anstieg des eigenen Einkommens. Im Gegenzug hat man verpasst, die jeweiligen Steuersätze an die aktuelle Preisentwicklung anzupassen. Das Verlustgeschäft lag aufseiten des Steuerzahlers. Es ist an der Zeit für den Tarif auf Rädern. Die Steuertarife bewegen sich mit der Zeit in der Preiskalkulationen und sollen ab sofort an die Entwicklungen in einem zweijährigen Rhythmus angepasst werden. Zu einer ersten Anpassung kommt es im Januar 2016. Diese Anpassung führt unweigerlich zu einer Verbesserung, wenn diese auch in einem überschaubaren Rahmen bleibt.

Steuereinnahmen in Deutschland von 2014 bis 2019 laut Steuerschätzung (in Milliarden Euro, ab 2015 geschätzt)
Steuereinnahmen in Mrd. Euro Bund Länder Gemeinden EU Gesamt
2019 326,3 302 104,8 35,5 768,7
2018 314,7 292,2 101,2 34,6 742,7
2017 302,4 281,5 98,3 33,4 715,5
2016 293 272 94,8 31,6 691,4
2015 280,3 262,6 91,3 32,3 666,5
2014 (Ist) 270,7 254,3 87,6 31 643,6

Alle weiteren Informationen zur Statistik finden Sie auf Statista

Konsequenzen für den Arbeitnehmer

Auch die Verluste der Steuerzahler hielten sich bislang im Rahmen, verlor ein Steuerpflichtiger im Durchschnitt gerade einmal 16 € 2013. Diese Verluste sind wiederum auf eine sehr geringe Inflation zurückzuführen. So lässt sich der Effekt auf einem geringen Level halten. Ein erheblicher Unterschied stellt sich erst dann ein, wenn es zu einem überproportionalen Anstieg der Preise kommt. Das Finanzministerium gibt an, dass auf ein Prozent Inflation eine Belastung von 17 €. Steigt die Inflation auf 2 %, kommen wir schon auf beträchtliche 73 €.

Was sagt die Opposition?

Vonseiten der Grünen Opposition spricht sich Lisa Paus zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Abschaffung der kalten Progression aus, da sie diesen Schritt als völlig überflüssig bewertet. Als weiteres Gegenargument führt sie an, dass vor allen Dingen die Besserverdiener von dieser Veränderung profitieren würden. Sie fordert aus diesem Grund eine Einkommenssteuerreform und eine damit verbundene Förderung von Familien und den Arbeitnehmern mit einem geringen oder einem mittleren Einkommen.

Steuererklärung2016

Rechenbeispiel für Besserverdienende

Werfen wir einen Blick auf ein Rechenbeispiel eines Besserverdienenden Arbeitnehmers mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von circa 50.000 €. Hier kommen wir auf eine Mehrbelastung im vergangenen Jahr und im Vergleich zu 2016 von ca. 770 €. Aufgrund einer positiven Entwicklung der Steuereinnahmen ist es Schäuble möglich, ab sofort auf diese zusätzlichen Einnahmen zu verzichten, da sie einen relativ geringen Gesamtwert von 1,5 Milliarden € pro Jahr ausmachen.

Computergesteuerte Steuererklärung

Seit dem letzten Jahr ist es jedem Arbeitnehmer möglich, die Steuererklärung unkompliziert über ein Computerprogramm abzuwickeln und ausdrucken zu lassen. So ist es ab sofort denkbar, die Steuerbescheide vollautomatisch zu erledigen. Dieses Statement ist aus dem aktuellen Diskussionspapier des Bundesfinanzministeriums zu entnehmen. Die Servicestellen warnen die Arbeitnehmer davor, sich blind auf diesen Service zu verlassen. Es handelt sich hierbei nicht um fertige Steuererklärungen. Sie müssen auch weiterhin alle Aufwendungen, die Sie absetzen möchten, Punkt für Punkt auflisten.

Fazit

  • Schäuble wartet nur noch auf die Zustimmung der Länder.
  • 2012 kassierte er von den Grünen und der SPD eine schroffe Ablehnung. Im Gegenzug forderte man einer Anhebung der aktuellen Spitzensteuersätze.
  • Aus der jetzigen Perspektive heraus ist anzunehmen, dass um den aktuellen Beschluss noch diskutiert und gefeilscht wird.

Schäuble möchte die Bürger an der guten Situation des Staates teilhaben lassen und gemeinsam einen Weg in eine gute wirtschaftliche Entwicklung gehen. Über die Abschaffung der kalten Progression soll der Aufschwung von Deutschland auch im Geldbeutel der Arbeitnehmer und Unternehmer ankommen. Schenkt man den letzten Interviews Glauben, ist es ihm so langsam leid, immer wieder über dieselbe Debatte zu diskutieren. Mit dem aktuellen Beschluss für das kommende Jahr möchte er schlussendlich die kalte Progression begraben.

Links zu weiterführenden Information

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-will-digitale-bearbeitung-von-steuererklaerungen-einfuehren-a-994196.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuern-warum-schaeuble-die-kalte-progression-bekaempfen-will-a-1032704.html

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net /Martin Konopka
Bild in der Artikelmitte: © panthermedia.net /Andriy Popov

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