ERGO droht mit Kündigungen

Versicherungspolicen werden angepasst Versicherungspolicen werden angepasst
Versicherungspolicen werden angepasst

Versicherungspolicen werden angepasst

Die Nachricht ging über alle Nachrichtenticker und die Überschriften in den überregionalen Zeitungen und Zeitschriften überschlagen sich dazu, denn von dieser Ankündigung wird eine Vorbildhandlung erwartet, der auch andere Gesellschaften folgen könnten.

Denn kein Versicherungssegment ist so klamm wie das der Gebäudeversicherungen. Langfristige Versicherungsverträge, noch in der Aufbauphase der Bundesrepublik Deutschland in den sechziger Jahre geschlossen, sind seit rund 50 Jahren im Beitrag nicht angepasst worden. Klappern gehört zum Handwerk, denn oft reicht ja schon die Drohung, besonders bei Leuten der älteren Generation.

[sws_yellow_box box_size=”585″]Inhalte des Artikels
Doch worum geht es wirklich?
Angst ist kein guter Ratgeber
Befriedung und Zufriedenheit wieder herstellen
Quellen der Recherche [/sws_yellow_box]

Davon betroffen sind rund 120.000 Versicherungsnehmer, die in den vergangenen Wochen die Androhung der Kündigung ihrer Gebäudeversicherungen bei der ERGO erhalten haben. Dabei geht es um eine mindestens 10-prozentige Steigerung der Policen-Beiträge. Einige Nachrichten sprechen von teilweise eine Verdoppelung der Beiträge, andere gehen von Prozentzahlen bis zu 14 Prozent Mehrbeitrag aus. Wer einer Wechselkündigung nicht zustimmt, der muss mit der Kündigung durch den Anbieter ERGO rechnen.

Doch worum geht es wirklich?

Doch geht es nur um eine letztlich geringfügig aussehenden Anpassung der Beiträge? Sieht der Leser der Nachricht erst einmal nur die Auseinandersetzung zwischen “David und Goliath”, so steckt dahinter sicherlich auch, das Interesse der Versicherung ihr Versicherungs-Segment Gebäude wieder in die schwarzen Zahlen zu bekommen. Denn Regulierungen von Gebäudeschäden gehen ins Geld. Doch damals in den 60er Jahren hat die ERGO mit Dumping-Preisen in die Versicherungspolicen gelockt, die noch nicht so ausgeklügelt waren, wie die Verträge heute sind. Deshalb ist es auch verständlich, dass ein Versicherungsnehmer, der einmal am stärkeren Hebel sitzt, diesen auch bedient.

Denn die alten Verträge enthalten keine dynamische Anpassungsklausel. Die Nachrichten widersprechen sich hier auch teilweise. Geht es bei den einen nur um Altverträge aus den 60er Jahren, besagen andere Nachrichten, dass es um Verträge aus 2006 geht. Ein Mix an divergierenden Nachrichten erwartet den ERGO-Versicherten, aus dem er zu seinem Kündigungsschreiben sich die zusätzlichen Informationen herausfiltern muss, um sie zu objektivieren. Da ist guter Rat teuer, bzw. der Ombudsmann der Versicherungen tut dies kostenlos und unabhängig. In dieser privatrechtlichen Schlichtungsstelle (e.V.) werden Beschwerden von Verbrauchern angenommen (www.versicherungombudsmann.de). Nach den unterschiedlichen Nachrichten dürfte es Sinn machen sich individuell beraten zu lassen.

Erklärfilm “Vermittlerbewertung”

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHA6Ly93d3cueW91dHViZS5jb20vZW1iZWQvdVA4TUllTFJ5dlUiIGhlaWdodD0iMzYwIiB3aWR0aD0iNTg1IiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49IiIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=

Angst ist kein guter Ratgeber

Soll damit ein Rettungsschirm für die Versicherung geschaffen werden, auf Kosten älterer Versicherungsnehmer, die sich doch nicht wehren?

Denkbar wäre es. Auf der eine Seite steht die Angst aus der Versicherung herauszufallen. Und wem einmal die Gebäudeversicherung gekündigt wurde, für den ist es schwer eine neue finden. Ist das die Angstmache?

Denn es ist argumentativ selbst bei einer Kurzschlussreaktion der ERGO bei Abschluss einer neuen Gebäudeversicherung, dem neuen Anbieter zu erklären, wie die Kündigung zustande kam. Ist die Reputation der ERGO nicht schon arg in Mitleidenschaft gezogen worden durch besondere Gratifikationen von Vertretern des Unternehmens zu speziellen Reisen in die ungarische Hauptstadt? Die schlichtweg falsche Kostenausweisung für Riester-Produkte, und überhöhte Provisionen sind nicht vergessen. Und jetzt folgt der nächste Paukenschlag des Versicherers auf dem Fuße. Was ist da die Absicht der ERGO-Versicherungsgruppe? Das Unternehmen selbst sieht in seiner Vorgehensweise kein Problem. Dagegen beteuern andere Versicherungsunternehmen schon, dass diese Weise für sie kein Weg ist, um so einer besseren Bilanzierung ihrer Gebäudeversicherung entgegenzusehen.

Doch Versicherte sind wie Bankkunden durch die Vorfälle, die sich in der Vergangenheit geleistet wurden, hochsensibilisiert und der Verbraucher hat in solchen Fällen ein langes Gedächtnis. Ein Aspekt, der für die Konsolidierung der Gebäudeversicherung wohl noch zu wenig in den Blick genommen wurde, ist das Management der Kundenbindung. Versicherungsnehmer haben oft alle Policen bei einer Gesellschaft. Die Sogwirkung, dass dann aus dem Umstand ein Wut- und Zorn-Kunde wird, ist wohl noch kaum bedacht worden.

ERGO Erklärfilm “Meine Versicherungen”

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHA6Ly93d3cueW91dHViZS5jb20vZW1iZWQvZEV3TElrTUZLTlUiIGhlaWdodD0iMzYwIiB3aWR0aD0iNTg1IiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49IiIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=

Befriedung und Zufriedenheit wieder herstellen

Für alles gibt es Lösungen! Doch dazu gehört auch die Bewegung aufeinander zu. Die ERGO wird ein anderes Instrumentarium finden müssen, um den Bereich der Gebäudeversicherungen zu konsolidieren.

Dazu gehört auch ein sensiblerer Umgang mit Kunden und dessen Zufriedenheit mit dem Unternehmen.

Ein Kündigungsschreiben spricht eher von einer mehr als dürftigen Informationspolitik und mangelnder Kundenorientierung. Der Ton macht nach wie vor die Musik. Denn Verträgen, denen die Anpassung und eine entsprechende Kündigungsklausel fehlen, sind rechtlich bindend, auch wenn es dem Anbieter heute nicht gefällt. Der Versicherungsnehmer kann sich seiner Verpflichtungen auch nicht einfach entledigen, wenn sie ihm nicht mehr passen.

Deshalb dürfte es angezeigt sein, mit einem besseren inhaltlichen Angebot, die Umwandlung der Altverträge zu erwirken. Leise Töne dazu kamen ja schon von der ERGO, die darauf hinwies, dass die Altverträge keine Absicherung bei Naturgewalten enthalten. Also besteht ein Minus im Deckungsumfang. Wer dies beheben will, wird um ein differenziertes, nach Möglichkeit unabhängiges Beratungsgespräch nicht umhin kommen.

Quellen der Recherche
http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article116635519/Ergo-droht-120-000-Versicherten-mit-Kuendigung.html

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Marc Dietrich

Kommentar hinterlassen

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück