Lustig ist das Beamtenleben

Manchmal, aber wirklich nur manchmal, bekommen wir in unserer Behörde Poststücke, über deren Inhalt man einfach nur laut loslachen oder mit dem Kopf schütteln könnte. In dieser Woche scheinen sich diese Schreiben aber doch ein wenig zu häufen.

Ob das vielleicht am nahenden Frühling liegt, dass so einige Leute ein wenig “durcheinander” sind? Oder vielleicht gibt es ja irgendeine besondere Sternenkonstellation? Also ich habe keine Ahnung, was da derzeit so abläuft.

Aber hier kommen Sie nun, die drei merkwürdigsten Schreiben der Woche:

1. Schreiben: Können Sie mir wohl die Telefonnummer des zuständigen Bearbeiters meiner Bank mitteilen?

Gut, o.k., das war kein Schreiben, das war eine Email die ich bekommen habe. Aber ich bin doch nicht in der Bank beschäftigt. Ich überweise nur Geld auf die Bank, die mir diese Person angegeben hat. Und die Auskunft bin ich nun auch nicht. Ich frag meinen Stromanbieter doch auch nicht nach der Telefonnummer meiner Bank. Wie kommen die Leute auf so was?

2. Schreiben: Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich die Leistung xyz. Die entsprechenden Nachweise habe ich diesem Schreiben beigefügt.
Mit freundlichen Grüßen

Hört sich doch erst mal ganz normal an. Also flugs nachgeschaut ob der Antragsteller alle notwendigen Nachweise erbracht hat und schwupp Zahlung anweisen. Super, alle Nachweise da, jetzt noch schnell die Zahlung aufnehmen. Aber jetzt kommt das Problem, der Antragsteller bekommt die beantragte Leistung schon lange. Und das schon seit Jahren. Es gab auch keine Zahlungsunterbrechung. Alle Zahlungen sind ordnungsgemäß angewiesen und auch angekommen. Also, was will der Antragsteller jetzt? Ich hab mal wieder keine Ahnung und fange an mich zu ärgern, da ich schon wieder Zeit für unnütze Sachen verschwendet habe.

Aber das beste ist das dritte Schreiben was ich heute bekommen habe:
Sehr geehrte Damen und Herren, bitte übersenden Sie mir doch ein Formular XYZ. Aber dieses Formular brauchen Sie mir nicht übersenden, da Sie es mir schon geschickt haben.
Mit freundlichen Grüßen

Öhh, das macht mich jetzt sprachlos. Ich soll jemandem ein Formular übersenden. So weit, so gut. Aber ich soll es ihm dann doch nicht übersenden, weil ich es schon geschickt habe? Hallo, geht´s noch? Warum schickt derjenige mir dann überhaupt das Schreiben wenn er doch schon alles hat was er von mir will? Ich verstehe es wirklich nicht mehr. Will derjenige vielleicht auch noch eine Antwort auf das Schreiben? Und falls ja, was soll ich dem denn ernsthaft schreiben?

Nun könnte man ja meinen, ich solle auf solche Schreiben mit einer lustigen Antwort reagieren. Das werde ich aber nie mehr machen. Lustige Antworten haben mir schon zu viele Dienstaufsichtsbeschwerden eingebracht. Das hat mich dazu gebracht, auf so etwas gar nicht mehr zu reagieren. Leider weiß man nie, wie ernst der Gegenüber sein Schreiben nimmt.

Hierzu ein kleines Beispiel, welches sich Anfang Januar 2002 abspielte. Man sollte sich daran erinnern, dass zu diesem Zeitpunkt die Deutsche Mark durch den Euro ersetzt wurde. Dies war einer Person wohl total entgangen, denn diese Person rief mich an und beschwerte sich darüber, dass sie nur knapp die Hälfte der üblichen Zahlung erhalten hätte. Auf meine Frage, ob sie sich denn nicht vorstellen könne, woran das liegt, antwortete sie dann auch tatsächlich nein, sie wisse dies nicht. Also gab ich an, dass das Land NRW pleite sei und deshalb jeder nur die Hälfte der üblichen Leistung erhalten würde. Das sei aber geheim und dürfe nicht nach außen getragen werden. Das schien sie wohl zu glauben und erwiederte, sie hätte aber nicht genau die Hälfte erhalten, sondern nur ungefähr die Hälfte. Meine Kollegen die mit mir im Büro saßen und das Telefonat mitbekommen haben, fingen daraufhin lauthals an zu lachen, was meinen Gesprächspartner wohl leicht irrtierte und fragte, was denn bei mir los sei. Daraufhin erklärte ich Ihr, dass nun auf Euro umgestellt wurde – wie überall in Deutschland – und es deshalb nur knapp die Hälfte gaben würde.

Dieses Gespräch brachte mir eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein. Und ich schwöre, dass war die einzigste Person die angefragt hat, weshalb es nur die Hälfte gab.

Über Simon (139 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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