Rettung von Solarworld mit großer Mehrheit beschlossen

Rettung von Solarworld Rettung von Solarworld
Rettung von Solarworld

Rettung von Solarworld

Ende der 80er Jahre ist das Unternehmen Solarworld aus einem Ingenieursbüro des Gründers Frank Asbeck hervorgegangen. Der erstaunliche Wachstum des Unternehmens wurde nicht zuletzt durch die hohen staatlichen Förderungen ermöglicht. Der Börsengang erfolgte Ende 1999. Von dem EEG-Gesetz mit Einspeisevorrang und festen Vergütungen für Solaranlagen konnte das Unternehmen profitieren.

Inhalte des Artikels
Rettung von Solarworld mit großer Mehrheit beschlossen
Was macht die Konkurrenz aus China so gefährlich
Welche Rolle übernimmt derzeit die deutsche Solarförderung
Wie sieht der aktuelle Rettungsplan aus
Gegenstimmen und wie reagiert die Börse

Im Jahre 2011 kam es auf Grund der Billigkonkurrenz aus China zu hohen Verlusten und Umsatzeinbrüchen wodurch sich die derzeitige Verschuldung auf 900 Millionen EURO beziffert. Personalabbau wurde unvermeidlich. Derzeit beschäftigt das Unternehmen Solarworld noch ca. 2.600 Mitarbeiter. Diese sind tätig am hauptsächlichen Produktionsstandort im sächsischen Freiberg, einem Werk in den USA sowie in der Bonner Zentrale.

Was macht die Konkurrenz aus China so gefährlich

Bei uns werden mit fatalen Folgen für die ansässigen Firmen die großen Solarparks überwiegend mit billigen Modulen aus China bestückt. Der Preisverfall ist zwar weltweit, also auch in China zu verzeichnen.

Jedoch können die chinesischen Firmen auf staatliche Unterstützung und zinslose Darlehen sich verlassen. Die roten Zahlen, die dort geschrieben werden, führen bisher zu keinen nennenswerten Konsequenzen für die Unternehmen. Die USA verhängte wegen des Preisdumpings verschiedener Solarfirmen in China sogar Strafzölle auf die Produkte.

Welche Rolle übernimmt derzeit die deutsche Solarförderung

Sie übernimmt eigentlich eine negative Rolle die zur Gefährdung der bei uns ansässigen Firmen führt. Rückwirkend zum 01. April 2012 wurde die Solarförderung je nach Anlagengröße zwischen 20 und 30 Prozent gekürzt. Große Solarparks erhalten zudem wesentlich weniger Geld und die Pläne der Regierung für Dachanlagen wurden von den Ländern abgemildert. Dies bedeutet im Einzelnen: Für eine neue Solaranlage bekommen Hausbesitzer nur noch 18,50 Cent anstatt wie zuvor 24.43 Cent pro Kilowattstunde die sie ins Stromnetz einspeisen. Bei größeren Dachanlagen mit einer Einspeisung von 10-40 Kilowatt gibt es gegenwärtig 18,50 Cent.

Was wird folgen?

Was wird folgen?

Wie sieht der aktuelle Rettungsplan aus

Zunächst einmal ist die Insolvenz des größten deutschen Herstellers für Solarmodule abgewendet. Dem Restrukturierungsplan stimmten die Aktionäre mit mehr als 90% auf der außerordentlichen Hauptversammlung zu. Der Rettungsplan ist somit genehmigt. Der Rettungsplan ist für die Aktionäre mit massiven Konsequenzen verbunden. Für die Sanierung müssen Sie einen Kapitalschnitt von 95% unter dem Strich hinnehmen. Sie sollen zunächst einmal nur noch eine anstatt 150 Aktien im Depot besitzen. An der zeitgleich geplanten Kapitalheraufsetzung sind sie nicht beteiligt. Als Gegenleistung für den Fondsverzicht der Gläubiger sollen jedoch neue Aktien herausgegeben werden. Der Gründer Frank Asbeck zeigt sich erleichtert über den aktuellen Stand der seiner Meinung nach eine Fortführung des Rettungsplans ermöglicht. Der Aufsichtsratsvorsitzende Claus Recktenwald verkündete im Anschluss, dass Asbek für weitere fünf Jahre an der Spitze des Unternehmens bleibt. Sein Vertrag sei bis zum 09. Januar 2018 verlängert.

Auch wenn das Endergebnis der Verhandlungen mit immer wieder neuen Einwänden und Wortmeldungen auf einer Zustimmung von über 90% beruht, führt es bei einzelnen Aktionären zu Unmut, weil Sie durch den Kapitalschnitt den größten Teil Ihrer Anteile verlieren. Sie können innerhalb von vier Wochen eine Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse erheben.
Immerhin beziffert sich die Summe der Anleihen von Gläubigern auf insgesamt über 550 Millionen EURO. Auch wenn die Darlehensbanken den vorgelegten Sanierungsplänen mit einem Verzicht auf Ihre eigenen Forderungen zugestimmt hatten verwundert es nicht dass es schwierig war, die Gläubiger von einem Verzicht über 55% Ihrer Forderungen zu überzeugen.

Gegenstimmen und wie reagiert die Börse

Sie reagiert zunächst mit dem Satz: „Solarworld, das zweite Leben kann beginnen“. Das Ja der Aktionäre zum Kapitalschnitt ermöglicht die Rettung des Unternehmens über eine Kapitalerhöhung. Hätten die Aktionäre mit einem „NEIN“ gestimmt wäre es wohl schon in der Nacht zu einer sofortigen Insolvenz gekommen. Doch zum Glück kam es, wenn auch unter Protest, mit 99,1% zum erforderlichen „JA“.

Äußerungen, dass das Management Fehler gemacht hätte und dies bis heute nicht einsehen würde verhallten.

Der Kapitalschnitt von 150:1 bedeutet, dass aus ca. 112 Millionen Aktien mit einem Nennwert von einem EURO jetzt ca. 744.800 neue Aktien werden. Diese gehen hauptsächlich an die Anleihegläubiger. Das Grundkapital in Höhe von 112 Millionen EURO sinkt entsprechend auf 744.000 EURO. Die parallel laufende Kapitalerhöhung im Wert von 14 Millionen, 10 Millionen vom Gründer Frank Asbeck sowie weitere 35 Millionen EURO vom Qatar Solar sichert den Neuanfang. Zusätzliche Absicherung erfolgt durch einen Kredit von Qatar Solar in Höhe von 50 Millionen EURO. Ob es sich um eine wegweisende Entscheidung in die richtige Richtung für das Unternehmen und die Aktionäre handelt wird nicht zuletzt von einem kreativen Management und den Entscheidungsträgern abhängig sein.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Jörg Schmalenberger
Artikelbild Mitte: ©panthermedia.net Andreas Weber

Kommentar hinterlassen

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück