RFID in der Industrie 2.0 – Prozessoptimierung mithilfe automatischer Identifikation

Das Konzept der automatischen Identifikation ist längst nicht mehr neu: In immer mehr Lebensbereichen findet Auto-ID mittlerweile täglichen Gebrauch. Beispielsweise werden schon seit über 30 Jahren jegliche Waren im Supermarkt mithilfe von Barcodes an der Kasse eingescannt. Über die sogenannte Near Field Communication (NFC) ist es seit Kurzem sogar möglich, einfach per Anhalten der EC-Karte an das Lesegerät bargeldlos zu bezahlen.

RFID | © panthermedia.net /Peter Eggermann RFID | © panthermedia.net /Peter Eggermann

Doch obwohl Auto-ID uns heutzutage ständig begegnet, wissen die meisten nicht viel mit diesem Begriff anzufangen. Was bedeutet automatische Identifikation überhaupt genau? Wir klären euch im Folgenden auf und stellen euch die sogenannte RFID-Technologie vor.

Was ist Auto-ID überhaupt?

Grundsätzlich ist die Bezeichnung Auto-ID (oder automatische Identifizierung) ein Oberbegriff für alle Techniken zur Datenidentifizierung, Datenerhebung und Datenübertragung. Was vorerst kompliziert klingen mag, ist im Grunde ganz einfach: Ein zu identifizierender Gegenstand wird mit einem spezifischen Code versehen, der Informationen über den Gegenstand enthält und ihn somit genau definiert. Mithilfe bestimmter Geräte kann dieser Code gelesen, also entschlüsselt werden. Die Informationen gelangen anschließend in ein übergeordnetes System und können dort weiterverarbeitet werden.

Der gesamte Prozess geschieht automatisch und auf elektronischer Basis – deswegen der Name automatische Identifikation. Noch verständlicher wird dieser Ablauf, wenn wir auf unser oben genanntes Beispiel an der Supermarkt-Kasse zurückkommen. Jedes Lebensmittel im Supermarkt ist mit einem eindeutigen Barcode versehen; das ist eine elektronisch lesebare Schrift aus verschieden breiten Strichen und Lücken. Zieht man die Ware nun über die Scanfläche an der Kasse, so wird der Code automatisch entschlüsselt und verarbeitet. Auf dem Kassenbildschirm erscheinen der Produktname und der zugehörige Preis, wodurch sich das Bezahlen deutlich leichter gestaltet.

Unter den Begriff Auto-ID fallen allerdings nicht nur Barcode oder NFC, sondern viele weitere Technologien. So zählt auch die Sicherheitskontrolle sowie die Gepäckbehandlung an Flughäfen und anderen Grenzstellen zur automatischen Identifikation. Ebenso funktioniert die Ausleihe von Büchern in Bibliotheken oder die Feststellung der Identität durch Personalausweise nach diesem Prinzip. An dieser Stelle könnten noch zig weitere Beispiele genannt werden.

Wie funktioniert ein RFID-System?

Unterschiedliche Transponder | © panthermedia.net /Albert Lozano

Unterschiedliche Transponder | © panthermedia.net /Albert Lozano

Eine weitere Technologie, die zum Oberbegriff Auto-ID zu zählen ist, trägt den Namen RFID, was ausgeschrieben und übersetzt so viel wie „Identifizierung mithilfe elektromagnetischer Wellen“ bedeutet. Damit ist dementsprechend ein System gemeint, was via Radiowellen Gegenstände und Lebewesen berührungslos identifizieren kann.

Ein leistungsstarkes RFID-System besteht im Allgemeinen aus vier unerlässlichen Komponenten: dem Transponder, dem Lesegerät, der Antenne und der übergeordneten Software. Der Transponder hat dabei die Aufgabe, Objekte eindeutig zu kennzeichnen. Alle zur Identifikation relevanten Daten werden auf einem Mikrochip gespeichert, welcher kabellos mit der RFID-Antenne verbunden ist. Letztere ermöglicht es, alle Daten störungsfrei zu erfassen und an das Lesegerät (auch Reader genannt) weiterzugeben. Der Reader speichert und verarbeitet die Daten, indem er mit der verwendeten Software kommuniziert und die Informationen an die relevanten Datenbänke weiterleitet.

Sobald sich der Transponder in der Lesereichweite des Readers befindet, werden seine Daten erfasst und innerhalb von Millisekunden übertragen. Auf diese Weise können alle Transponder, die sich im passenden Bereich befinden, nahezu zeitgleich gelesen werden. Ja nach Leistungsfähigkeit des Gerätes sowie den äußerlichen Gegebenheiten (Raumstruktur, Temperatur, Wind etc.) ist es möglich, mehrere Tausend Objekte pro Sekunde zu identifizieren.

Warum ist RFID für die Industrie so unerlässlich?

RFID-Systeme sind mittlerweile aus Unternehmen der Industriebranche nicht mehr wegzudenken. Das liegt vor allem an zwei ausschlaggebenden Punkten: Über die RFID-Technologie lassen sich einerseits die Daten so gut wie fehlerfrei verarbeiten; andererseits läuft der Prozess besonders schnell ab.

Früher war es nötig, jedes Objekt manuell einzulesen. Das dauerte nicht nur sehr lange, sondern war auch von Fehlern begleitet. Indem dieser Schritt nun automatisch erledigt wird, werden die Daten seh viel effektiver erfasst und übertragen. Der menschliche Arbeitsaufwand wird dadurch deutlich minimiert und kann nun an anderer Stelle eingesetzt werden – ein Vorgehen, das bereits in vielen Unternehmen für höhere Gewinne sorgen konnte.

Vor allem in Industrie und Gewerbe können mit dieser Methode die Arbeitsschritte optimiert werden, indem man auf eine effektivere Verwaltung der Wareneingangs- und Warenausgangsprozesse setzt. Die Verwendung von RFID für Lager und Logistik ist gerade auch bei Instandhaltung und Inventur des Bestandes nützlich und spart dabei auf Dauer Zeit sowie Kosten.

Welche Optimierungen wird die Zukunft bringen?

Hand hält Transponder | © panthermedia.net /Albert Lozano

Hand hält Transponder | © panthermedia.net /Albert Lozano

Die RFID-Technik hat seit ihrer Einführung bereits einige Entwicklungen erleben dürfen: Der Trend geht zu immer kleineren Transpondern, immer leistungsstärkeren Readern und immer präziseren Antennen. Während vor noch nicht allzu langer Zeit äußerliche Störungen wie Wind oder Wetter hohe Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Systeme hatten, werden die Komponenten nun immer resistenter.

Mittlerweile gibt es sogar eine Vielzahl von mobilen Lesegeräten, die im Prinzip wie ein gewöhnlicher Reader funktionieren, aber nicht an einen festen Standort gebunden sind. Mit ihrem Format, was einem großen Telefon ähnelt, sind sie handlich und gleichzeitig robust. Auf Grundlage dieser mobilen Datenübertragung ist es heutzutage möglich, auch im Außendienst oder an verwinkelten Stellen die Daten von Transpondern zu entschlüsseln. Insgesamt also eine Technologie, die den gesamten Standard der Auto-ID auf ein noch höheres Level bringt!

Doch auch hinsichtlich der Software hat sich einiges getan. Mit den aktuellsten Programmen ist es möglich, Waren und Behälter sogar im Ausland zurückzuverfolgen und jederzeit auf die Daten zugreifen zu können. Entweder stationär am Rechner oder unterwegs mit der Smartphone-App haben Unternehmer stets den gesamten Überblick über alle ihre Lager- und Bestandsentwicklungen. Alles in allem bleibt es spannend, welche weiteren Entwicklungen der RFID-Branche künftig noch auf uns warten.

Über Simon (146 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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