Sanierung deutscher Schulen – Notwendigkeit & Wunsch

Schimmel an den Wänden, undichte Fenster und heruntergekommene sanitäre Anlagen – all das bestimmt den Alltag in vielen deutschen Schulen. Allein in Berlin werden in den nächsten 10 Jahren 5,5 Milliarden Euro in die Sanierung und den Neubau von Bildungseinrichtungen gesteckt. Wir haben uns das zum Anlass genommen genauer hinzusehen: Was für Auflagen sollten pädagogische Raumkonzepte erfüllen?

Konzentriertes Lernklima | © panthermedia.net / alebloshka Konzentriertes Lernklima | © panthermedia.net / alebloshka

Sicherheitsrisiken müssen in allen öffentlichen Gebäuden ausgeschlossen werden. Insbesondere gilt dies für Schulen. Schülerinnen und Schüler müssen sich in ihrem Lernumfeld sicher und wohl fühlen. Gleichzeitig darf auch das Vertrauen der Eltern nicht erschüttert werden. Damit diese Ansprüche erfüllt werden, müssen verschiedene Vorraussetzungen erfüllt sein. Dieser Artikel nimmt im Folgenden Bezug auf die Richtlinien über bauaufsichtliche Anforderungen an Schulen des Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, die an dieser Stelle verlinkt sind.

Raum und Platz

In der Schule verbringen sowohl Schülerinnen und Schüler, als auch Lehrkräfte 70 bis 80 Prozent ihrer Zeit in den Klassenräumen. Es ist also von großer Bedeutung, dass an dieser Stelle genügend Raum für einen produktiven und pädagogisch wertvollen Unterricht zur Verfügung steht. Ein Planwert von 2 Quadratmeter pro Schüler, wie er in der Fachliteratur zu finden ist, erscheint mit Blick auf moderne Unterrichtskonzepte längst zu wenig. Gleichzeitig sind zu diesem Thema leider nur an sehr wenigen Stellen Richtlinien zu finden. Auch eine Differenzierung nach Altersstufen oder spezifischen Fachräumen findet sich nur teilweise in den landesspezifischen Vorgaben und Empfehlungen.

Brandfall

Rauchmelder | © panthermedia.net / nikkytok

Rauchmelder | © panthermedia.net / nikkytok

In einer Schule muss mit Notfällen gerechnet werden. Ein Missgeschick im Chemieunterricht, ein Unfall mit dem Teelicht bei der Weihnachtsfeier und schon wird es lebensnotwendig schnell zu handeln. Die Branddetektion und Brandalarmierung spielt an dieser Stelle eine entscheidende Rolle. Mit dem Ziel Leben zu retten, sollte diese immer den neusten Standards und Richtlinien entsprechen. Kein leichtes Unterfangen, da sich diese laufend wandeln und weiterentwickeln. Informiert euch auf der dieser Website über aktuelle Veränderungen. Doch nicht nur die Branddetektion, sondern auch die Konzeption von Fluchtwegen wird in diesem Fall relevant. Die Vorschrift besagt: Für jeden Unterrichtsraum müssen mindestens zwei unabhängige Rettungswege zur Verfügung stehen. Eine logistische Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf.

Sanitäre Anlagen

Auch an die sanitären Anlagen werden im Rahmen von Schule einige Ansprüche gestellt. Hygiene sollte hier eine Selbstverständlichkeit sein. Gewährleistet wird diese bestenfalls durch eine funktionstüchtige und praktikable Ausstattung, die in ihrer Anzahl der Größe der Schule gerecht wird. Den Kindern sollte dabei eine ausreichend bemessene Bewegungsfläche zugestanden werden und sicherheitstechnische Ansprüche sollten erfüllt werden. Einen wichtigen Punkt stellt außerdem eine robuste und vor Diebstahl geschützte Einrichtung dar.
Auch sollte an dieser Stelle natürlich an die Umwelt und den wirtschaftlichen Aspekt gedacht werden: Das Einsparen von Wasser- und Energie ist immer von großer Bedeutung. Die Kosten innerhalb des Lebenszyklus eines Gebäudes setzen sich zu 2% aus Planungs-, 15% Errichtungs-, 80% Folge- und 3% Abbruch- und Entsorgungskosten zusammen. Über eine sparsame Energie- und Wassernutzung kann an den Folgekosten gespart werden, die den größten Kostenfaktor ausmachen. Eine Einsparung der Bewirtschaftungskosten von 37,5% entspricht bereits den gesamten Errichtungskosten.

Fenster: Wohlbefinden und Lüftung

Blick aus dem Fenster | © panthermedia.net / jarenwicklund

Blick aus dem Fenster | © panthermedia.net / jarenwicklund

Die natürliche Belichtung und eine angenehme Raumluftqualität sollte durch eine ausreichende Anzahl von Fenstern im Klassenraum garantiert werden. Auf diese Weise wird ein höheres Wohlbefinden und somit auch eine gesteigerte Lernproduktivität bei den Schülerinnen und Schülern ermöglicht. Zu keinem Zeitpunkt darf von den Fenstern eine Gefahr für die Kinder, die Jugendlichen oder das Lehrpersonal ausgehen. Schwing- und Kippflügel sind also gegen das Herabfallen zu sichern. Das Überschlagen von Schwingtüren und Quetsch- und Scherstellen von Kippflügeln sind zu vermeiden. Bis zu einer Höhe von 2 m ist bruchsichere Verglasung unerlässlich und Sonnenschutzverglasung zu empfehlen.

Sporthallen

Auch an die Konzeption von Sporthallen bestehen verschiedene Anforderungen, die unter anderem Boden und Wände sowie Akustik und Raumtemperatur betreffen. Sowohl die Wände als auch der Boden einer Sporthalle sollten großen Belastungen standhalten und außerdem nachgiebig, ebenmäßig und splitterfrei gestaltet sein. Farbliche Kontraste sollten der Orientierung im Raum dienen. Gelebte Emotionen, das Aufprallen von Bällen und trampelnde Kinderfüße gehören im Sportunterricht zum Alltag. Eine dämpfende Akustik dient also dem Wohlbefinden der Schüler und der Lehrkräfte. Außerdem sollte eine Sporthalle eine Temperatur von ca. 20 C° halten können, die bei weniger belastungsintensiven Sportarten und Entspannungsübungen erhöht werden kann.

Fazit

Freundliches Lernklima | © panthermedia.net / ArturVerkhovetskiy

Freundliches Lernklima | © panthermedia.net / ArturVerkhovetskiy

Bildung ist eine Investition in die Zukunft. Schülerinnen und Schülern eine risikofreie und angenehme Lernumgebung zu bieten, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Zusätzliche Informationen zu diesem Thema sind auf der verlinkten Website zu finden. Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr ihrer Zeit in der Schule. Allein in den Jahren 2002 bis 2007 stieg die Anzahl der Ganztagsschüler um über 10%. Es ist also nicht nur wichtig, dass in der Schule eine risikofreie, sondern auch eine motivierende Umgebung geschaffen wird. Dies sollte zum Ziel der nächsten Jahre werden.

Über Simon (144 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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