SolarWorld Pleite | Wie sieht die Rettung aus?

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Pleite.jpgDer Hersteller von Solarmodulen SolarWorld hat in den letzten Jahren erhebliche Schulden angesammelt und stand nun kurz vor der Insolvenz. Aber die Aktionäre stimmten nun einem Rettungsplan zu und somit kann das Unternehmen aufatmen. Der Rettungsplan wurde von dem Firmengründer selbst, Frank Asbeck entwickelt und wurde am 07. August 2013 von den Aktionären angenommen.

Insgesamt stimmten 99,1% auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Bonn zu. Dabei nahmen rund 31,2% der Aktionäre an der Versammlung teil. Diese zog sich bis in den späten Abend, da immer wieder Fragen rund um den detaillierten Sanierungsplan aufkamen. Damit einhergehend muss Asbeck aber auch einige Abstriche machen. Er muss einen Teil seiner Macht nun an Investoren aus aller Welt abgeben. So soll zum Beispiel das Emirat Katar der neue Hauptaktionär von SolarWorld werden. Der bisherige Firmenchef wird dann an die zweite Stelle hinter den Hauptaktionär treten.

SolarWorld Pleite

Auch die Aktionäre sind gezwungen, mit dieser Entscheidung zwangsweise einige Verluste in Kauf zu nehmen. Der Verlust der einzelnen Anteile ist groß. Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte sogar, dass die Aktionäre quasi enteignet wurden. Weiterhin hält er auch das Management für sehr arrogant und bemängelt, dass bis heute keine Fehler von der Geschäftsführung eingesehen wurden.

Die einzelnen Gläubiger der SolarWorld tauschten jeweils 55% der offenen Forderungen gegen die Aktien des Unternehmens ein. Damit verzichteten sie auf circa 550 Millionen Euro.

Dadurch bleiben den Aktionären dann nur noch ganze von 5% Anteil an dem Unternehmen. Aber es musste so entschieden werden, dann nach Einschätzungen verschiedener Experten gab es keinen anderen Weg. Wäre diese Entscheidung nicht getroffen worden, wäre es zu der Insolvenz und somit zu einem totalen Verlust gekommen. Es ist aber keinesfalls so, dass die Aktionäre gerne zugestimmt hätten, Sie haben einfach keine andere Wahl gehabt. Gegen diese Entscheidungen gibt es für die Aktionäre eine Widerspruchsfrist von vier Wochen, bis dahin müssen sie sich entscheiden, ob sie mit den Einschnitten und den Kapitalverlusten leben können.

SolarWorld Rettung

Es wird nun ab September mit der Sanierung von SolarWorld begonnen, dabei soll die Umsetzung des Sanierungsplanes bis 2014 komplett abgeschlossen sein. Asbeck bekommt einen Vertrag als Geschäftsführer, der zunächst bis zum 09. Januar 2019 gültig ist. Damit bleibt er zumindest für die nächsten fünf Jahre an der Spitze des Unternehmens. Durch den Schnitt soll es dem Unternehmen nun gelingen etwa 900 Millionen Euro Schulden abzubauen und gleichzeitig auch neues Kapital zu erwirtschaften. Asbek hat dabei auch zugesichert, dass er 10 Millionen Euro aus seinem privaten Vermögen in die Rettung investiert. Damit wird er dann etwa 20% des Unternehmens halten. Aber es stellt sich trotzdem die Frage, wie das Unternehmen weiter machen will. Denn die Gründe für die drohende Insolvenz waren ja die zunehmende Anzahl der Billigproduzenten in China, der Preisverfall und die Überkapazitäten. So betrug der Verlust des Unternehmens im Jahr 2012 etwa 480 Millionen Euro. Diese Probleme werden weiterhin am Markt bestehen, daher wird es auch schwierig werden, dass Unternehmen wieder erfolgreich zu machen.

Das Unternehmen gibt sich allerdings optimistisch und will positiv in die Zukunft schauen. Dabei werden auch die Analysen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers berücksichtigt, die dabei gegebenen Sanierungsvorschläge sollen ebenfalls umgesetzt werden. Die größten Punkte sind dabei die Ausgaben für das Marketing zu reduzieren, weiter Mitarbeiter zu entlassen und härter mit den einzelnen Zulieferern zu verhandeln. Es soll dabei an vielen Stellen radikal umgedacht werden. Zum einen sollten die alten Verträge für den Einkauf von Silizium aufgelöst werden. Diese sind nicht mehr marktgerecht und belasten das Unternehmen so unnötig stark. Außerdem soll auch das Management der einzelnen Warengruppen wesentlich umgestellt werden. Hier sollen vor allem die Preise nachverhandelt werden, so will man die Kosten für das Material und die Komponenten erheblich senken. Bereits in der Vergangenheit wurde Personal abgebaut, um wirtschaftlicher zu produzieren, dies soll nun auch in der Zukunft weiterhin passieren. Das hat auch damit zu tun, dass die Produktionsmenge weiter heruntergefahren werden soll. Ein weiterer großer Punkt ist der Bereich Marketing. Es sind vor allem Einschränkungen in der TV- und Medienpräsenz geplant, was die Kosten ebenfalls erheblich senkt. Zudem wird auch bei der Geschäftsführung, also bei Herrn Asbeck selbst eingespart.

Laut Experten ist der aktuelle Sanierungsplan eine gute Chance für das Unternehmen, um wieder erfolgreich wirtschaften zu können. Allerdings kommt es auch darauf an, wie und mit welcher Konsequenz das Unternehmen diesen durchsetzt und wie die Kunden nach der negativen Presse darauf reagieren. Wir drücken SolarWorld auf jeden Fall die Daumen!

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Bernd Leitner

Quellen der Recherche
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/zustimmung-fuer-sanierungsplan-aktionaere-bluten-fuer-solarworld-rettung/8610200.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/solarworld-schuldenschnitt-erfolgreich-zukunftsstrategie-fraglich-a-915273.html
http://www.focus.de/finanzen/news/tid-32770/99-8-prozent-stimmen-fuer-sanierung-glaeubiger-machen-weg-fuer-solarword-rettung-frei_aid_1064217.html
http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/aktionaere-genehmigen-solarworld-rettungsplan-1.3590491

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