Stichwort Baufinanzierung: Wann lohnt sich die Investition in ein Eigenheim?

Der Bau oder Kauf von Immobilien gilt seit Langem als profitable Kapitalanlage und sichere Altersvorsorge. Doch heutzutage hört man verstärkt von Kritikern, die mit verschiedensten modernen Theorien das Gegenteil behaupten und von der Investition in ein Eigenheim dringlichst abraten.

Entscheidung für eine Baufinanzierung | © panthermedia.net /stasique Entscheidung für eine Baufinanzierung | © panthermedia.net /stasique

Darf man diesen Stimmen vertrauen oder verheißen sie nur unheilvollen Unfug? Wir erklären euch im Folgenden, in welchen Fällen sich eine Baufinanzierung auszahlt und wo etwaige Gefahren liegen.

Eigenheim vs. Mietwohnung

Zu Beginn der Fragestellung sollte man sich einen Überblick über die Vorteile eines Eigenheims bzw. einer Mietwohnung verschaffen. Der wesentlichste Grund für einen Hauskauf ist es, im Alter ein Dach über dem Kopf zu haben und sich unabhängig vom immer schwierigeren Mietmarkt zu machen – man muss zum Beispiel nicht ständig mit einer Mieterhöhung rechnen. Immobilienbesitzer schaffen sich mit ihrem Eigenheim automatisch ein eigenes Vermögen und sorgen gleichzeitig für ein sicheres, angenehmes Wohngefühl.

Allerdings ist ein Hauskauf auch mit hohen Kosten verbunden, die über lange Zeit hinweg beglichen werden müssen – oftmals sind Kredite zur Baufinanzierung erst einige Jahre vor der Rente abbezahlt. Wer sich hingegen für eine Mietwohnung entscheidet, hat in der Regel monatlich geringere Kosten und somit mehr Geld für andere Dinge wie Urlaub oder größere Anschaffungen zur Verfügung. Zudem braucht man sich in einem Mietverhältnis für gewöhnlich nicht um anfallende Reparaturarbeiten zu kümmern.

Sinkende Kreditzinsen, aber steigende Immobilienpreise

Die derzeitige Niedrigzinsphase macht die Investition in eine selbstbewohnte Immobilie momentan sehr attraktiv. Auf der Bank lagerndes Geld verliert mit der Zeit faktisch an Wert, wohingegen es bei einem Immobilienkauf durch die niedrigen Zinsen kostengünstig angelegt werden kann. Die Chance, von der Bank einen Kredit genehmigt zu bekommen, lag zudem in den letzten drei Jahren sehr gut.

Doch auf der anderen Seite befinden sich die Immobilienpreise aktuell in schwindelerregenden Höhen. Die jährlichen Kreditsummen unterliegen einer stetigen Aufwärtstendenz, was bedeutet, dass ein Hausbau oder -kauf heutzutage grundsätzlich mehr kostet als noch vor wenigen Jahren. Für Kreditnehmer verstärkt sich also der finanzielle Druck: Wer nur über wenig Eigenkapital verfügt, muss sehr lange Kreditlaufzeiten und/ oder höhere Raten in Kauf nehmen, um sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen zu können.

Beim Abwägen für oder gegen ein Eigenheim sollten im Allgemeinen die niedrigen Zinsen in ein passendes Verhältnis zu den hohen Immobilienpreisen gestellt werden, wobei die Entscheidung stark von der eigenen finanziellen Situation abhängt. Dabei muss man sich fragen, in welchem realistisch angelegten Zeitraum man seine Schulden abbezahlen kann.

Eine Frage des Standortes

Ein Haus bauen | © panthermedia.net /brizmaker

Ein Haus bauen | © panthermedia.net /brizmaker

Ein wichtiger Punkt bei der Fragestellung, ob sich die Investition in ein Eigenheim noch lohnt, ist der Standort der Immobilie. Dies liegt an den stark variierenden Preisen: Während in den etablierten deutschen Metropolen die Wohnpreise enorm hoch ausfallen, bekommt man in weniger gefragten Gebieten für das gleiche Geld bedeutend mehr Wohnfläche und Komfort. So erhält man im Sauerland mit einer Kreditsumme von 300.000 Euro eine 213 Quadratmeter große Villa, wobei der Kreditrahmen in Düsseldorf lediglich für eine Wohnung mit 80 Quadratmetern ausreicht. Für Bauherren, die nicht so gut betucht sind, ist daher die Finanzierung eines Eigenheims in eher ländlichen Gebieten ratsam.

Auch die Spanne zwischen steigenden Kaufpreisen und Mieterhöhungen spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Wie oben bereits erwähnt, ist momentan ein starker Aufwärtstrend der Immobilienpreise zu beobachten. Wenn in einem Gebiet die Kosten eines Grundstückes oder eines Hauses allerdings bedeutend schneller steigen als die Mietpreise, dann sinkt insgesamt die Rendite des Eigentümers. Dagegen ist es empfehlenswert, in solche Immobilien zu investieren, die in Gebieten mit stark steigenden Mietkosten, aber weniger stark ausgeprägten Kaufpreisen liegen.

Flexibilität und Spontanität als wichtige Entscheidungsgrundlagen

Ein weiterer Punkt, den es abzuwägen gilt, ist die Frage nach Flexibilität und Spontanität: Wer aus beruflichen oder privaten Gründen häufiger umzieht, der ist mit einem Eigenheim in den seltensten Fällen richtig beraten. Ein fester Wohnsitz stellt für solche Leute eher einen Klotz am Bein als eine angenehme Altersvorsorge dar.

Selbst, wenn das Haus bereits abgezahlt sein sollte, keine Kreditzahlungen mehr erfordert und somit weiterverkauft werden kann, hadert es oftmals am Profit. Ein profitabler Weiterverkauf ist schwierig zu realisieren, denn damit sich ein Immobilienkauf bei späterem Verkauf nicht als Verlustgeschäft erweist, muss der Wert der Immobilie über die Jahre um einen gewissen Prozentsatz gestiegen sein. Andernfalls können die anfallenden Nebenkosten für Maklercourtage, Notar, Grundbuchamt etc. nicht rentabel ausgeglichen werden.

Wenn man jedoch nichts dagegen hat, an einen festen Ort gebunden zu sein, und seine Zukunft gerne langfristig planen möchte, ist ein Hauskauf definitiv eine Überlegung wert. Mit der Verwirklichung eines eigenen Zuhauses schafft man sich einen Wohlfühlort mit Charakter, an den man nach der Arbeit gerne zurückkehrt. Gerade auch für Familien mit Kindern ist ein eigenes Haus toll, da dort oftmals mehr Spielplatz und auch ein Garten zur Verfügung stehen.

Fazit: Wann lohnt sich die Investition in ein Eigenheim?

Profitabler Hausbau | © panthermedia.net /Wolfgang Filser

Profitabler Hausbau | © panthermedia.net /Wolfgang Filser

Alles in allem hängt es vom Einzelfall ab, ob sich eine Investition in ein eigenes Zuhause im Endeffekt auszahlt. Wer sein Leben lieber auf kurze Zeit plant, ist als Mieter besser dran. Möchte man sich dagegen langfristig einen Wohnraum und ein Vermögen schaffen, ist ein Hauskauf in Betracht zu ziehen. Die Entscheidung obliegt also grundsätzlich dem Zeithorizont und den persönlichen Vorlieben.

Damit man am Ende jedoch wirklich seinen Traum leben kann und nicht im sprichwörtlichen Albtraum erwacht, muss man einige Dinge berücksichtigen. Dabei spielt es zum Beispiel eine zentrale Rolle, ob man den aufgenommenen Kredit auch wirklich zeitnah zurückzahlen kann, oder aufgrund fehlenden Eigenkapitals doch lieber weiterhin bei der Miete bleibt. Weitere Punkte sind Kredithöhe, Standort und auch Risikosicherung: Kann man sich auf sichere Einkünfte verlassen? Ist es gerechtfertigt, sein gesamtes Vermögen auf eine einzige Wertanlage zu stützen? Wie schützt man sich vor möglichen Baurisiken?

Wenn man sich abschließend für ein Eigenheim und somit für eine Baufinanzierung entscheidet, ist es wichtig, mehrere Hauskredit-Angebote sorgfältig zu vergleichen, um somit das passende Angebot zu finden. Beispielsweise können Beamte laut dieser Quelle mit speziellen Beamtenkrediten, die an sogenannte Kapitallebensversicherungen gekoppelt sind, sehr viel Geld sparen.

Über Simon (147 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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