Tatort Arbeitsplatz – Mitarbeiterkriminalität gezielt aufdecken!

Der Arbeitsplatz ist leider nicht nur der Ort, an dem der Arbeitnehmer sein Geld verdient, indem er seine persönlichen Leistungen zur Verfügung stellt, sondern er kann auch tatsächlich ein Tatort sein. Hier sind alle Unternehmer betroffen, ob Kleinunternehmer, Mittelständler oder Großunternehmer. Sie alle müssen sich nicht nur gegen ihre Konkurrenz durchsetzen, sondern sie müssen zudem auch noch ein Auge auf ihre Mitarbeiter haben.

Tatort Arbeitsplatz | © PantherMedia / Andriy Popov Tatort Arbeitsplatz | © PantherMedia / Andriy Popov

Es gibt viele verschiedene Arten, wie sich Mitarbeiterkriminalität am Arbeitsplatz zeigt. Angefangen mit dem Griff in die Kasse, also der Veruntreuung von Geldern, über den Diebstahl von Gütern, weiter über die Manipulation von Arbeitszeiten und Spesenabrechnungen. Aber auch fingierte Krankschreibungen oder das Ausüben unerlaubter Nebentätigkeiten gesellen sich in die Reihe möglicher Delikte ein.

Was tun, wenn man glaubt, der Mitarbeiter betrügt das Unternehmen?

Stichprobenartige Taschenkontrolle

Hier stehen dem Unternehmer unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl. Grundsätzlich hat der Unternehmer das Recht, eine stichprobenartige Taschenkontrolle durchzuführen. Dies darf allerdings nicht aufs Geradewohl geschehen. Sollte es einen Betriebsrat im Unternehmen geben, so muss dieser der Maßnahme zustimmen. Unternehmen, die keinen Betriebsrat haben, dürfen diese stichprobenartige Taschenkontrolle nicht ohne die Zustimmung des betreffenden Arbeitsnehmers vornehmen.

Detekteien

Ein sehr probates und vor allem sehr effektives Mittel ist es, wenn eine private Detektei engagiert wird. Gerade wenn es darum geht, dass ein Mitarbeiter seine Krankheit lediglich vortäuscht, ist hier die Überwachung durch einen Detektiv besonders sinnvoll. Diese Detekteien finden sich quasi in jeder Stadt. Nicht nur Großstädte wie München und Berlin bieten solche Detekteien an. Die bekannte Detektei Ulm, bietet ebenso ihre Dienste an, wie auch viele andere Detekteien, die die betroffenen Unternehmer bei der Offenlegung von eventuellen Straftaten unterstützen. Tipp: Machen Sie einen “Kennenlerntermin” aus und besprechen Sie zusammen mit der Detektei, was genau Ihre Vermutungen und Sorgen sind. Nur dann kann der Dienstleister auch richtig auf Ihre Bedürfnisse eingehen – und vergessen Sie auch nicht einen Fachanwalt zu befragen. Hier gibt es einen Einblick zu diesem Thema.

Videoüberwachung

Die Videoüberwachung zur Prävention von Diebstählen wird ebenfalls sehr gern von Unternehmen eingesetzt. Hier muss aber zwingend darauf geachtet werden, dass die Videoüberwachung ausschließlich als Präventionsmaßnahme eingesetzt wird und niemals zur Leistungsüberwachung. Andernfalls würde sich der Unternehmer selber strafbar machen. Grundsätzlich ist hier aber zu sagen, dass die Videoüberwachung eigentlich nur als letztes Mittel bei einem konkreten Verdacht eingesetzt werden sollte. Auch hier ist die Zustimmung des Betriebsrates erforderlich.

Welche rechtlichen Schritte sind möglich?

Bei einem Diebstahl am Arbeitsplatz handelt es sich keinesfalls um ein Kavaliersdelikt, ganz im Gegenteil. Hier handelt es sich um ein ernstes Vergehen. In den meisten Fällen werden Unternehmen, die den Beweis antreten können, dass ein Arbeitnehmer tatsächlich einen Diebstahl oder einen Betrug begangen hat, die fristlose Kündigung aussprechen.

In eindeutig bewiesenen Fällen ist es aus rechtlicher Sicht nicht notwendig, dass zuvor eine Abmahnung erteilt werden muss, um eine Kündigung wirksam zu machen. Tatsächlich spielt hier der Wert einer geklauten Ware zunächst keine Rolle, weil der Diebstahl grundsätzlich einen nachhaltigen Vertrauensbruch darstellt, der das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dauerhaft stört.

Was es zu beachten gilt

Rein rechtlich zählen auch bereits vom Unternehmen abgeschriebene Waren zu dessen Eigentum. Diese Waren sind zwar dann vom Unternehmen bereits aus wirtschaftlicher Sicht sogenannte „verlorene Waren“, dennoch sind sie das Eigentum des Unternehmers. Hier muss nun wirklich genau geschaut und vor allem gut abgewägt werden, welche Maßnahmen hier verhältnismäßig sind.

Um das besser zu verdeutlichen, muss hier erklärt werden, dass auch ein Brötchen, das nicht mehr verkauft werden kann, immer Eigentum des Unternehmers ist. Verzehrt der Mitarbeiter nun dieses Brötchen, oder nimmt es nach Ladenschluss mit nach Hause, so ist das rechtlich tatsächlich bereits ein Diebstahl. Hier hat der Unternehmer zwar rein rechtlich die Möglichkeit, zu kündigen, jedoch wäre das keinesfalls verhältnismäßig. Zum anderen erfordert eine solche Situation auf jeden Fall ein offenes Gespräch. Denn es ist durchaus möglich, dass der Mitarbeiter nicht einmal wusste, dass es sich in einem solchen Fall tatsächlich um einen Diebstahl handelt.

Ganz anders verhält es sich, wenn ein Kassierer in die Kasse greift. Hier ist eine sofortige fristlose Kündigung absolut notwendig und angemessen. Es ist ausschließlich sein Job, sich um die Kasse zu kümmern und das Geld zu verwalten. Auf dieser Tatsache basiert das Vertrauensverhältnis, das durch diese Tat unwiderruflich zerstört ist.

Zwischen diesen beiden Szenarien gibt es natürlich noch eine Reihe anderer möglicher Vergehen. Oftmals ist es sehr viel sinnvoller, zunächst mit einer Abmahnung zu reagieren oder zunächst einmal ein offenes Gespräch zu suchen, indem dann geklärt werden kann, ob der Verdacht überhaupt berechtigt ist.

Die Auswirkungen für die Kollegen bedenken

Eine Reaktion von Seiten des Arbeitgebers sollte grundsätzlich erfolgen. Allerdings sollte hier genau abgewogen werden, wie diese Reaktion ausfällt. Eine Kündigung aus Nichtigkeit, wie beispielsweise für das Mitnehmen eines Brötchens nach Ladenschluss, kann sehr schnell die Arbeitsatmosphäre vergiften. Ein offenes Gespräch wäre hier sicherlich die optimale Wahl und man sollte generell schauen, ob man nicht auch die Arbeitsqualität versucht zu verbessern. Nicht zu reagieren aber, könnte nämlich das Signal setzen, dass der Arbeitgeber es hier nicht so genau nimmt und man tun und lassen kann, was man möchte.

Über Simon (151 Artikel)
Mein Name ist Simon Schröder. Ich bin gelernter Versicherungsfachmann und blogge aus Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

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