Was zu tun ist beim Erben eines Bankkontos

Erben und Bankguthaben Erben und Bankguthaben
Erben und Bankguthaben

Erben und Bankguthaben

Der Bundesgerichtshof entschied neulich zugunsten der Erben, dass sie bei einem Erbfall nicht zwingend einen Erbschein vorlegen müssen, wenn sie Bankkonten oder Depots geerbt haben (Az. XI ZR 401/12). In Deutschland kommt es im Jahr zu rund 800.000 Erbfällen. Beim jedem Erbfall dreht es sich im Schnitt um 65.000 Euro Nachlass. Jeder Erbfall ist ein Anliegen, deren Abwicklung viel Kosten und Arbeit verursachen kann.  

Das Bankguthaben im Erbfall

Wenn eine verstorbene Person mehrere Erben hinterlässt, kann das Bankkonto des Verstorbenen in solchen Fällen zu erheblichen Problemen bei der Erbabwicklung führen. In der Regel darf nur eine Erbengemeinschaft, und zwar einstimmig, etwaige Überweisungen veranlassen oder Geldabhebungen vornehmen. Das bedeutet in einem konkreten Fall, dass alle Miterben den Überweisungsträger oder Anweisung einer Auszahlung unterschreiben müssen, bevor eine Banktransaktion überhaupt zustande kommen kann. Solches Verfahren hat mit einem reibungslosen Zahlungsverkehr wenig zu tun und ist genauso für die kontoführende Bank wie auch für die Erbengemeinschaft wenig sinnvoll. Darüber hinaus wirft diese Methode auch viele Fragen in den Raum: Wie kann nämlich eine Bank klar und deutlich erkennen, wer alles zu einer Erbengemeinschaft gehört? Das war bisher nur mit einem Erbschein möglich. Allerdings wird dieser erst nach rund sechs Wochen nach einem Erbfall vom Nachlassgericht ausgestellt.

Das Testament reicht jetzt in der Regel aus

[sws_highlight hlcolor=”fbfac7″] Seit einiger Zeit reicht in den meisten Fällen das Testament, um ein Erbe antreten zu können. Obwohl die Bankklauseln etwas anderes verlangen, müssen sie der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zustimmen. [/sws_highlight]  Daraufhin können Erben von verstorbenen Bank- oder Sparkassenkunden nicht mehr dazu gezwungen werden, dem Geldinstitut einen entsprechenden Erbschein vorzulegen. Das ist nicht mehr notwendig, um an ein Erbe zu kommen. Die Verbraucher, in dem Fall die Erben, brauchen jetzt nicht unbedingt einen kostenpflichtigen Erbschein zu besorgen, damit eine Bank oder Sparkasse die Auszahlung des Guthabens von einem Verstorbenen zustimmt. An dieser Stelle sollte man noch vermerken, dass je höher die vererbte Summe ist, desto teurer wird der Erbschein. Man dient somit ab sofort als erbberechtigt, wenn man im Besitz eines beglaubigtes Testaments oder eines Erbvertrages ist. Damit hatten die BGH-Richter die Klausel einer Sparkasse für ungültig erklärt die darauf bestand, bei einem Erbfall einen gültigen Erbschein vorzuzeigen.

Erbschein Weiterhin erforderlich bei Unklarheiten

Wie die Deutsche Kreditwirtschaft berichtet hat, sollte in unklaren Erbfällen weiterhin der Erbschein vorgelegt werden. Das hatte auch der BGH in seinem Urteil aus dem Jahr 2005 für gültig erklärt. Der Erbschein sagt unmissverständlich aus, wer der tatsächliche Erbe ist und wie weit seine Verfügungsberechtigungen reichen.

Finanzen 50Plus – Richtig Erben, Grundlagen des Erbrechts

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PHA+PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNjQwIiBoZWlnaHQ9IjM2MCIgc3JjPSIvL3d3dy55b3V0dWJlLmNvbS9lbWJlZC90TlVwU2UxRDJPSSIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT4=

Bildquellen
Artikelbild:©panthermedia.net Ingeborg Knol

Über Dariusz Strenziok (36 Artikel)
Mein Name ist Dariusz Strenziok. Ich bin gelernter Werbetexter und Bloggen ist meine Leidenschaft. Möchten auch Sie Ihre Meinung auf Beamtenblog.net an andere weitergeben? Schreiben Sie einen Kommentar. Wir freuen uns auf Sie.

Kommentar hinterlassen

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück